Schüler recherchieren in NS-Dokumenten des Stadtarchivs

31. August 2009, 13:16
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Initiative nach Vorfällen mit Jugendlichen in Ebensee und Auschwitz

Wien - Im kommenden Herbst startet das Wiener Stadt- und Landesarchiv in Kooperation mit dem Stadtschulrat ein Schulprojekt zur NS-Zeit. Dabei werden Schüler der 7. Klasse Oberstufe des Gymnasiums Rosasgasse in Meidling an Archiv-Materialien zum Nationalsozialismus recherchieren. Die Initiative wurde nach jenen Vorfällen in den KZ-Gedenkstätten Ebensee und Auschwitz ins Leben gerufen, bei denen Jugendliche durch Störaktionen bzw. antisemitische Äußerungen aufgefallen sind.

Das Projekt findet im Rahmen des Wahlpflichtfachs Geschichte statt. Konkret sollen die Auswirkungen von Ideologie und Taten des NS-Regimes auf Wien erarbeitet werden. Die Schüler erhalten die Möglichkeit, in den Depots des Wiener Stadt- und Landesarchivs zu forschen. Sie werden durch ihre Lehrer in die Materie eingeführt und von Archivaren bei ihrer Arbeit unterstützt.

Die Archivalien werden unter anderem die Themenblöcke Vermögensentzug und Beraubung, Rassenwahn, Verfolgung und Vernichtung sowie gesamtgesellschaftliche Kontrolle abdecken. Am Ende der Projektarbeit soll eine von den Schülern verfasste Publikation stehen. Nach einer Evaluierung ist geplant, die Kooperation zwischen Stadt- und Landesarchiv und dem Stadtschulrat fortzusetzen. Ab 2010 sollen bis zu zwei Schulklassen im Monat vertiefte Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus erhalten können.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) begrüßt in einer Aussendung die Initiative: "Damit wird das pädagogische Spektrum des zeitgeschichtlichen Unterrichts um eine interessante Facette bereichert." (APA)

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