Zwei Interessenten für Kässbohrer

31. August 2009, 12:29
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Auch Finanzinvestor unter den Kaufwilligen

Laupheim - Zwei Bieter liefern sich einem Zeitungsbericht zufolge einen Preiskampf um den deutschen Fahrzeugbauer Kässbohrer. Unter den Bietern für das Merckle-Unternehmen seien Mitglieder der Familie Ströher, die vor einigen Jahren den Haarpflegespezialisten Wella verkauft haben und nach neuen Anlagemöglichkeiten suchen, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Montag. Außerdem gehöre ein Finanzinvestor zu den Kaufinteressenten - jedoch nicht Triton, der noch im Frühsommer dabei gewesen sein soll.

Ringen um Details

Bereits seit Wochen sollen die Bieter um die letzen Kaufpreisdetails ringen, so dass auch ein Verkaufsstopp nicht mehr ausgeschlossen werde, berichtete das Blatt unter Berufung auf das Verhandlungsumfeld. Eine Frist für den Verkauf gebe es nicht. Das Unternehmen wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

Derzeit ist Ludwig Merckle mit einem Anteil von rund 90 Prozent Hauptaktionär bei dem Fahrzeugbauer. Der Spezialist für Skipistenfahrzeuge erzielte im Geschäftsjahr 2007/2008 (30. September) einen Umsatz von 175,7 Mio. Euro. Im aktuellen Geschäftsjahr sollen die Erlöse laut früheren Angaben des Unternehmens auf deutlich mehr als 180 Mio. Euro steigen. Dem Zeitungsbericht zufolge ist ein Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von etwa 24 Mio. Euro geplant.

Merckle wolle das Unternehmen für deutlich mehr als 100 Mio. Euro verkaufen. Die Bieter rechneten aber auch noch die Schuldenlast von Kässbohrer ein und könnten so auf einen Unternehmenswert von 150 Mio. Euro kommen - der ihnen jedoch zu hoch sei, hieß es in dem Bericht.

Die Merckle-Gruppe war Ende 2008 unter anderem wegen der Folgen der Finanzkrise in eine finanzielle Schieflage geraten. Firmenmogul Adolf Merckle hatte sich daraufhin das Leben genommen, kurz zuvor aber noch mit den Banken einen Kompromiss für die Rettung seiner Unternehmen in die Wege geleitet. Bedingung eines von den Gläubigerbanken gewährten Überbrückungskredits war unter anderem der Verkauf des Generikaherstellers ratiopharm. Der Kässbohrer-Verkauf war hingegen nicht Teil der Verhandlungen mit den Gläubigerbanken. (APA)

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