Poetenfest bannt Tausende Literaturfreunde

31. August 2009, 11:43
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Mehr als 80 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten - Besucherzahl wohl "deutlich über der Marke von 12.000"

Erlangen - Mit Lesungen und Gesprächen hat das 29. Erlanger Poetenfest am Wochenende wieder Tausende von Literaturfreunden in seinen Bann geschlagen. "Unsere Erwartungen sind voll erfüllt worden", sagte Festivalleiter Bodo Birk in einer Bilanz am Sonntag. Die Besucherzahl sollte nach seiner Schätzung die Marke von 12.000 bis zum Sonntagabend deutlich übertreffen.

Auf großes Interesse stießen nach Birks Angaben eine Lesung von Inge Jens sowie eine Podiumsdiskussion über die Finanzkrise mit allein jeweils mehr als 1.000 Besuchern. Inge Jens stellte ihr Buch "Unvollständige Erinnerungen" vor, in dem sie ihren Weg an der Seite des berühmten Professors und Publizisten Walter Jens beschreibt, der seit Jahren schwer demenzkrank ist. Große Resonanz fand auch Herta Müller, die aus ihrem neuen Buch "Atemschaukel" las, einer Hommage an den 2006 gestorbenen Schriftsteller Oskar Pastior.

Insgesamt trafen sich mehr als 80 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten zu dem stimmungsvollen Literaturfestival, auf dem wenige Wochen vor der Frankfurter Buchmesse unter freiem Himmel im Schlossgarten traditionell zahlreiche Neuerscheinungen des Bücherherbstes erstmals vorgestellt werden. So präsentierte die Schriftstellerin und Lyrikerin Ulla Hahn Auszüge aus ihrem neuen Roman "Aufbruch", der die Fortsetzung ihres Bestsellers "Das verborgene Wort" bildet und Mitte September erscheinen wird.

In den aktuellen Veröffentlichungen sei eine große Ernsthaftigkeit spürbar, sagte Birk. "Früher war deutlich mehr Unterhaltsames dabei." Jetzt beschäftigten sich die Autoren dagegen mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, mit Krankheit und Tod. Doch auch auf diese ernsten Themen ließen sich die Besucher des Poetenfestes ein, sagte Birk. Autorenporträts galten in diesem Jahr dem Dichter und Übersetzer Raoul Schrott, der Autorin Brigitte Kronauer und dem israelischen Schriftsteller und Friedensaktivisten David Grossman. (APA)

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