Ein Studium schützt immer noch am Besten vor Arbeitslosigkeit - Aber was studieren? Und wo? derStandard.at geht diesen Fragen in einer zehnteiligen Serie auf den Grund
In den auf die Matura folgenden 3 Semestern entscheidet sich etwa die Hälfte der
MaturantInnen für ein Studium an einer Universität. Die restlichen 50 Prozent treten direkt ins Berufsleben ein, wählen eine berufsbezogene kürzere
Ausbildung (Kolleg, Universitätslehrgang oder Fachhochschul-Studiengang)
oder eine Akademie im sozialen oder medizinischen Bereich. Eine Studium, sei es an einer Uni oder Fachhochschule, bedeutet immer noch: Tendenziell besser bezahlte Jobs, tendenziell höherer Schutz vor Arbeitslosigkeit. Das bestätigt auch Maria Hofstätter, Abteilungsleiterin für Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation im AMS. "Generell kann man sagen: Je mehr, je vielfältiger die Bildung, desto besser".
Studieren, aber was?
Schwieriger ist da schon die Frage, welche Art der Aus- und Weiterbildung am Besten für die Zukunft wappnet. In einer zehnteiligen Serie stellt derStandard.at Studiengänge vor, die Zukunft haben - sowohl an Unis als auch an Fachhochschulen, sowohl Altbekanntes als auch Innovatives. Ob sie Jugendlichen, die Beratung suchen, eher zur Fachhochschule oder zur Universität rät? "Das kommt darauf an, was die Jugendlichen interessiert und was sie später machen wollen", so die Expertin. Fachhochschulen seien "innovativ, praxisbezogen und sehr spezifisch". Darüber hinaus hätten sie den Wettbewerbsvorteil auf ihrer Seite - wenn ein FH-Studiengang von Arbeitgebern nicht mehr nachgefragt wird, dann wird er abgeschafft, meint Hofstätter. Somit könne man davon ausgehen, dass Studien, die an Fachhoschschulen unterrichtet werden, auch bei der Jobsuche gut angenommen werden.
Mehr Lebensqualität mit Zukunftschancen
Tendenziell meint Hofstätter, dass Bereiche, die sich im weitesten Sinn der Verbesserung der Lebensqualität widmen, eine sichere Bank sind - egal ob das mit technischen Innovationen oder mit gesundheitlichen Neuerungen einher geht. Das AMS hat eine Liste von Bereichen und Qualifikationen erstellt, die es als "zukunftsweisend" empfiehlt:
- Wirtschaftswissen, inkl. Marketing, PR/Werbung, e-Business
- Finanzberatung, Anlageberatung
(Automatisierungstechnik
Datenbankentwicklung
Wissensbasierte Info-Systeme, Web-engineering, intelligente Agenten, selbstlernende Datenbanken
Multimedia
Mikrosystemtechnik/Nanotechnik
Minirobotik
Gentechnik
Biotechnik
Medizintechnik)
Wer sich einen Überblick über die "Nachfrage" gewisser Ausbildungen am Arbeitsplatz verschaffen möchte, kann das mit dem AMS Qualifikationsbarometer tun, für den Jobinserate aus großen Tageszeitungen und Jobbörsen ausgewertet und statistisch eingeordnet werden.
Mehr Flexibilität
Das Wissenschaftsministerium rät Studierenden vor allem zur Flexibilität. Auf der Homepage heißt es: "Da auch in den nächsten
Jahrzehnten weitere strukturelle Veränderungen der Akademikerbeschäftigung zu
erwarten sind, wird sicher eine erhöhte Flexibilität vonseiten der
Universitätsabsolvent/inn/en erforderlich sein. Es ist daher sicher günstig, wenn man sich in seinen
Berufsvorstellungen auf ein breiteres Spektrum möglicher Arbeitstätigkeiten
einstellt."
Für die "universalistische Bildung" plädiert Zukunftsforscher Matthias Horx im Gespräch mit derStandard.at. "Empfehlen kann man letzten Endes immer Kombinationen zwischen geistes- und naturwissenschaftlichen Betrachtungsweisen. Der Biologe, der nicht in der Lage ist, die ethischen Fragen seines Fachs zu verstehen, wird große Probleme bekommen. Wir brauchen Kombinationsstudiengänge, die die Fragen von Technologie und Gesellschaft gleichermaßen behandeln." (az, derStandard.at, 1.9.2009)