Überblick

Studienwahl mit Blick in die Zukunft

1. September 2009, 15:48

Ein Studium schützt immer noch am Besten vor Arbeitslosigkeit - Aber was studieren? Und wo? derStandard.at geht diesen Fragen in einer zehnteiligen Serie auf den Grund

In den auf die Matura folgenden 3 Semestern entscheidet sich etwa die Hälfte der MaturantInnen für ein Studium an einer Universität. Die restlichen 50 Prozent treten direkt ins Berufsleben ein, wählen eine berufsbezogene kürzere Ausbildung (Kolleg, Universitätslehrgang oder Fachhochschul-Studiengang) oder eine Akademie im sozialen oder medizinischen Bereich. Eine Studium, sei es an einer Uni oder Fachhochschule,  bedeutet immer noch: Tendenziell besser bezahlte Jobs, tendenziell höherer Schutz vor Arbeitslosigkeit. Das bestätigt auch Maria Hofstätter, Abteilungsleiterin für Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation im AMS. "Generell kann man sagen: Je mehr, je vielfältiger die Bildung, desto besser".

Studieren, aber was?

Schwieriger ist da schon die Frage, welche Art der Aus- und Weiterbildung am Besten für die Zukunft wappnet. In einer zehnteiligen Serie stellt derStandard.at Studiengänge vor, die Zukunft haben - sowohl an Unis als auch an Fachhochschulen, sowohl Altbekanntes als auch Innovatives. Ob sie Jugendlichen, die Beratung suchen, eher zur Fachhochschule oder zur Universität rät? "Das kommt darauf an, was die Jugendlichen interessiert und was sie später machen wollen", so die Expertin. Fachhochschulen seien "innovativ, praxisbezogen und sehr spezifisch". Darüber hinaus hätten sie den Wettbewerbsvorteil auf ihrer Seite - wenn ein FH-Studiengang von Arbeitgebern nicht mehr nachgefragt wird, dann wird er abgeschafft, meint Hofstätter. Somit könne man davon ausgehen, dass Studien, die an Fachhoschschulen unterrichtet werden, auch bei der Jobsuche gut angenommen werden.

Mehr Lebensqualität mit Zukunftschancen

Tendenziell meint Hofstätter, dass Bereiche, die sich im weitesten Sinn der Verbesserung der Lebensqualität widmen, eine sichere Bank sind - egal ob das mit technischen Innovationen oder mit gesundheitlichen Neuerungen einher geht. Das AMS hat eine Liste von Bereichen und Qualifikationen erstellt, die es als "zukunftsweisend" empfiehlt:

  • Wirtschaftswissen, inkl. Marketing, PR/Werbung, e-Business
  • Finanzberatung, Anlageberatung
  • Technik

(Automatisierungstechnik
Datenbankentwicklung
Wissensbasierte Info-Systeme, Web-engineering, intelligente Agenten, selbstlernende Datenbanken
Multimedia
Mikrosystemtechnik/Nanotechnik
Minirobotik
Gentechnik
Biotechnik
Medizintechnik)

  • Gesundheit
  • Soziales
  • Weiterbildung

Wer sich einen Überblick über die "Nachfrage" gewisser Ausbildungen am Arbeitsplatz verschaffen möchte, kann das mit dem AMS Qualifikationsbarometer tun, für den Jobinserate aus großen Tageszeitungen und Jobbörsen ausgewertet und statistisch eingeordnet werden.

Mehr Flexibilität

Das Wissenschaftsministerium rät Studierenden vor allem zur Flexibilität. Auf der Homepage heißt es: "Da auch in den nächsten Jahrzehnten weitere strukturelle Veränderungen der Akademikerbeschäftigung zu erwarten sind, wird sicher eine erhöhte Flexibilität vonseiten der Universitätsabsolvent/inn/en erforderlich sein. Es ist daher sicher günstig, wenn man sich in seinen Berufsvorstellungen auf ein breiteres Spektrum möglicher Arbeitstätigkeiten einstellt."

Für die "universalistische Bildung" plädiert Zukunftsforscher Matthias Horx im Gespräch mit derStandard.at. "Empfehlen kann man letzten Endes immer Kombinationen zwischen geistes- und naturwissenschaftlichen Betrachtungsweisen. Der Biologe, der nicht in der Lage ist, die ethischen Fragen seines Fachs zu verstehen, wird große Probleme bekommen. Wir brauchen Kombinationsstudiengänge, die die Fragen von Technologie und Gesellschaft gleichermaßen behandeln." (az, derStandard.at, 1.9.2009)

Kommentar posten
11 Postings
davethebrave
 
02
15.9.2009, 17:16

eigentlich ganz einfach:
http://xkcd.com/435/

lanz1
 
00
12.10.2009, 08:18
pflege, das hat zukunft!

ich kann immer nur auf diesen beruf hinweisen. damit meine ich das krankenpflegediplom. sichere anstellung. das gehalt mit diplom ist nicht schlecht. koennte aber mehr sein. und freizeit hat man genug, wenn man es sich richtet. ich habe 14 tage dienst durch meinen nachtdienst(5 stueck an der zahl). ab 2010 komme ich in genuss eines zeitwertkontos. da kann man dann noch frueher in die pension gehen. auch wenn ich nur 14 tage arbeite fallen interessanterweise immer ueberstunden an. der beruf des diplompflegers wird immer gebraucht. und ich glaube ich bin einer der wenigen, welche sogar die halbe stunde zu fuss in die arbeit/nach Hause geht. weil ich keine probleme mit der arbeit habe. also ich kann diesen schoenen beruf nur weiterempfehlen.

Salem Saberhagen
01
Finanzberatung, Anlageberatung

Stimmt, AWD und OVB suchen immer wieder Leute.
:-p
LG,
Salem

saoTan
02
Wirschaftswissenschaften inkl. Marketing/PR

...als sichere Bank für einen guten Job?? Das soll doch wohl ein Scherz sein.

Man nehme zB die Statistik des Zentrums für Berufsplanung der WU Wien, wo die Zahl von Absolventen mit bestimmten Spezialisierung der Zahl an Jobangeboten gegenübergestellt wird: Der Überhang an Absolventen ist in keinem Bereich so dramatisch wie im Marketing (genau das umgekehrte Verhältnis findet sich im Rechnungswesen übrigens). In vielen Stellenausschreibungen für BWler werden solche mit Marketingspezialisierung sogar explizit ausgeschlossen...

Salem Saberhagen
02
...

Stimmt absolut.
Der Unsinn wurde vor ca. 10 Jahren verbreitet - da habe ich nämlich kurz die Spezialisierung Marketing gewählt, damals noch kein Massenfach in Graz - leider kamen in den nachfolgenden Semestern auch 75% meiner wirtschaftswissenschaftlichen Kollegen auf dieselbe Idee, bestimmt auch getrieben durch gewisse Zeitungsartikel.
Seitdem reagiere ich allergisch auf sämtliche Empfehlungen zur Studien- und Berufswahl. Ein Studium dauert nun mal einige Jahre und da kann sich sehr viel ändern.
LG,
Salem

Fred 01
00

physik

abc10
01

füsik

rossgoschn
01

Publizistik, Blumologie und Botanistik. Außerdem Politikwissenschaft.

generelles desinteresse
00

theater-, film- und medienwissenschaft

delta_t
01

Von wegen: Publizistik und Kommunikationswissenschaft!

Esme Weatherwax
00
30.9.2009, 07:45

Bachelor Umwelt-Systemwissenschaften, die Handelsschule der Gegenwart, die höchsten Berufschancen: ein Sekretariatsposten (Tschuldigung Teamassistenz)

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