Zusammenstöße zwischen Polizei und Ultra-Orthodoxen

31. August 2009, 10:17
4 Postings

Gläubige protestierten für Sabbat-Ruhe in Jerusalem

Jerusalem - In Jerusalem ist es in der Nacht auf Montag zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Hunderten ultra-orthodoxen Juden gekommen. Die Juden protestierten laut Polizei gegen die Entscheidung eines Gerichts, wonach 16 Gläubige in Haft bleiben müssen, die am Samstag bei Protesten gegen die Öffnung eines Parkplatzes am Sabbat festgenommen worden waren. Die Wut der Ultraorthodoxen wurde demnach zusätzlich durch den Mord an einem Juden angeheizt, der am Abend von einem Palästinenser niedergestochen worden sein soll.

Aus Protest gegen die Tat versammelten sich Hunderte ultraorthodoxe Juden vor einem Hotel und hinderten die Polizei daran, die Leiche des Opfers aus dem Gebäude zu bringen. Die Beamten forderten Verstärkung an und trieben die aufgebrachte Menge mit Tränengas auseinander. Bei den Zusammenstößen wurden acht Polizisten verletzt.

Seit zehn Wochen laufen ultraorthodoxe Juden gegen eine Entscheidung der Stadtverwaltung Sturm, angesichts des Parkplatz-Notstands an den Wochenenden einen stadteigenen Parkplatz auch am Samstag zu öffnen. Sie sehen darin eine Verletzung des Ruhegebots am Sabbat. Nach den strengen Religionsgesetzen der Ultraorthodoxen ist am Sabbat jegliche Arbeit, der Umgang mit Geld und auch das Fahren eines Fahrzeuges verboten.(APA/AFP) 

Share if you care.