Präsident Correa geht gegen TV-Sender vor

30. August 2009, 20:07
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Beliebte Talkshow verboten

Quito - Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa will einen oppositionellen Privat-Fernsehsender unter dem Vorwurf der Spionage schließen lassen. Das kündigte der Staatschef in seiner wöchentlichen Fernseh- und Radiosendung am Samstag an. Der regierungskritische Sender Teleamazonas war in der Vergangenheit bereits mehrmals wegen Verstößen gegen das Rundfunkgesetz bestraft worden. Dabei ging es insbesondere um Berichte über Kritik der Opposition an der Parlamentswahl im April und Wahlbetrugsvorwürfe.

Correa wirft dem Sender vor, Mitschnitte von Gesprächen aus seinem Büro veröffentlicht zu haben. Darin liege ein Verstoß gegen das nationale Sicherheitsinteresse. Der Sender hatte in dieser Woche ein heimlich mitgeschnittenes Gespräch zwischen Correa und Abgeordneten des Parlaments in Quito im Präsidentenbüro gesendet.

Außerdem ordnete Correa an, der länderübergreifend ausgestrahlten Talkshow Telemundo mit der beliebten Gastgeberin und peruanischen Moderatorin Laura Bozzo die Frequenz zu entziehen. Die Sendung sei "Mist" und "korrupt", urteilte Correa in seiner Sendung. Correa ist nach einer in diesem Jahr erfolgreich durchgebrachten Verfassungsreform noch bis 2013 in Ecuador an der Macht. (APA/AFP)

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