Blutbad in Wohnwagensiedlung: Acht Tote

31. August 2009, 17:17
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Polizeichef: "Ich würde es niemandem wünschen, sich diesen Tatort ansehen zu müssen"

Washington - Ein grausiges Verbrechen in einer Wohnwagensiedlung im US-Staat Georgia hat ein achtes Opfer gefordert. Einer der beiden Schwerverletzten, die die Polizei am Samstag neben den Leichen von sieben Menschen gefunden hatte, starb im Krankenhaus. Die Polizei hat nach eigenen Angaben noch keinen konkreten Verdacht, wer hinter dem Blutbad stecken könnte. Sie hat 25.000 Dollar (17.500 Euro) Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Festnahme des Täters oder der Täter führen.

"Wir brauchen Hilfe", sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler gaben zunächst kaum Einzelheiten über das Verbrechen oder mögliche Verdächtige preis. Die Polizei wurde Samstag früh per Notruf alarmiert, nachdem ein Verwandter die Leichen entdeckt hatte. "Meine ganze Familie ist tot", rief der schluchzende 22-Jährige in dem Notruf, der am Montag veröffentlicht wurde. Er erklärte, er habe die Opfer gefunden, als er heimgekehrt sei. Offenbar seien seine Verwandten erschlagen worden. Unter den Toten seien sein Vater, Onkel und Cousins. In dem Anruf flehte er den Telefonisten an, Hilfe zu schicken.

Festnahme

Der 22-Jährige wurde am Sonntag unter dem Vorwurf des illegalen Besitzes verschreibungspflichtiger Medikamente und Marihuana, der Manipulation von Beweismitteln und falscher Zeugenaussage festgenommen. Es werde nicht ausgeschlossen, dass der Anrufer in das Verbrechen verwickelt sei, er werde aber nicht als Verdächtiger betrachtet, sagte Polizeichef Matt Doering. Der Zustand des überlebenden Opfers wurde als kritisch beschrieben.

Massenverbrechen

 

"Ich würde es niemandem wünschen, sich diesen Tatort ansehen zu müssen", sagte der Polizeichef des Bezirks Glynn County, Matt Doering, und sprach vom schlimmsten Massenverbrechen in seiner 25-jährigen beruflichen Laufbahn. Die Opfer seien weitgehend identifiziert. Es gebe ältere Menschen und höchstwahrscheinlich auch Jugendliche unter den Toten. Kinder seien keine darunter.

Nachbarn ist nichts aufgefallen

Zeugen des Verbrechens wurden zunächst nicht gefunden. Den Nachbarn in der Wohnwagensiedlung auf einer historischen Plantage nördlich der Hafenstadt Brunswick war anscheinend nichts aufgefallen. Eine Bewohnerin der Wohnwagensiedlung erklärte der "Brunswick News": "Ich bin schockiert. Es ist hier friedlich und die Siedlung ist videoüberwacht".  Die Wohnwagensiedlung hat etwa  Stellplätze für 100 Wohnmobile. (APA)

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    Vom Verbrechen will kein Nachbar etwas mitbekommen haben

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    In der videoüberwachten Wohnwagen-Siedlung fühlten sich die Bewohner bisher sicher

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