Flott zurück in den Alltag

30. August 2009, 19:00
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Der Alltag hat sie wieder. Trotz spürbarer Europacup-Müdigkeit lieferten sich die Austria und Rapid ein flottes, abwechslungsreiches Derby, das trotz Hütteldorfer Überlegenheit remis endete

Wien - Ein wenig stand das 290. Wiener Derby doch noch im Schatten des Donnerstags. Jedenfalls die Austria schien die 120 Minuten zu spüren und agierte im ausverkauten heimischen Horr-Stadion verhalten, eher wie die Auswärtsmannschaft. Rapid erspielte bald sich eine zeitweise sehr auffällige Dominanz und kam solcherart natürlich auch zu Chancen. Die größte in der 33. Minute, als Maierhofer alleine vor Austria-Goalie Safar das 1:0 hätte machen müssen.

Mag sein, dass Rapid so drückte, lag auch am Ausfall von Hattenberger. In der 18. Minute kollidierte sein Kopf erst mit dem von Drazan, dann mit dem von Katzer. Für ihn kam Vorisek. Die erste Diagnose sprach von einem Verdacht auf Jochbeinbruch.

Kurz nach Maierhofers Großchance drehte Safar einen Hofmann-Freistoß gerade noch in den Corner (39.), eine Minute später probierte es Drazan, der heute gleichwohl nicht seine gewohnte Form finden wollte. Wieder eine Minute später entschärfte Safar - klar bester Austrianer - einen Maierhoferschuss.

Die Austria kam zu deutlich weniger Chancen. Die letzte fand Jun in der 45. Minute, Payer drehte dessen Schuss übers Tor.

Austria-Trainer Karl Daxbacher hat - jedenfalls im übertragenen Sinn - ziemlich auf den Kabinentisch gehaut. Denn die Seinen kamen wie ausgewechselt aus der Pause und erwischten Rapid damit auf dem falschen Fuß. Während sich der Rauch der Austria-Fans erst allmählich verzog aus dem Rapid-Strafraum gab Standfest von rechts flach in den Rücken der Verteidigung zu Jun, der zog von der Strafraumgrenze ab - 1:0.

Praktisch im Gegenzug tauchte Jelavic plötzlich allein vor dem Austria-Tor auf, der Ball landete aber in den Händen von Safar. Die Austria hätte die Angelegenheit dennoch bald erledigen können. Acimovic schickt Jun ins Loch, der versetzt Katzer, trifft aber das Tor nicht. Gut zehn Minuten dominierte die Austria den Gegner. Rapid konnte sich erst befreien, als Hofmann von knapp außerhalb des Strafraums über Safar hinweg die Latte traf.

Das war in der 56. Minute. Vier Minuten später flankt Trimmel - er war in eben dieser 56. Minute für Drazan gekommen - ideal auf den ziemlich alleingelassenen Maierhofer. Der köpfelt zum Ausgleich.

Das war zugleich der Endstand. Denn, meinte etwa Karl Daxbacher, "bei beiden hat man schon die Müdigkeit bemerkt, vor allem in der ersten Häfte und gegen Ende". Den Punkt für die Seinen hält er gerechterweise für "glücklich, wir müssen damit zufrieden sein, Rapid hatte die besseren Chancen".

Peter Pacult widersprach dem nicht: "Wir hätten das Spiel aufgrund der Torchancen gewinnen müssen. In der ersten Hälfte haben wir clever gespielt, die Austria nicht ins Spiel kommen lassen, danach haben wir nach dem unerklärlichen Rückstand viel vernebelt. Maierhofer muss sich darauf konzentrieren, was für ihn das Wichtigste ist: Fußball spielen und sein Herz für Rapid zeigen, das ist heute teilweise gelungen." (Christian Hackl; DER STANDARD Printausgabe 31. August 2009)

FK Austria Wien - SK Rapid Wien 1:1 (0:0)
Horr-Stadion, 13.400 (ausverkauft), Plautz

Torfolge:
1:0 (46.) Jun
1:1 (60.) Maierhofer

Austria: Safar - Standfest, Bak, Dragovic, Ortlechner - Klein (69. Sulimani), Baumgartlinger, Hattenberger (21. Vorisek), Acimovic - Jun (92. Topic), Diabang

Rapid: Payer - Dober, Soma, Patocka, Katzer - Hofmann, Kulovits, Pehlivan, Drazan (56. Trimmel) - Maierhofer, Jelavic

Gelbe Karten: Acimovic, Baumgartlinger, Diabang, Standfest bzw. Maierhofer, Patocka, Katzer

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    Tomas Jun traf gleich nach der Pause für die Austria.

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    Stefan Maierhofer macht die Friedenstaube.

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