Afrika-Fonds verlor elf Millionen bei Bank Medici

30. August 2009, 18:10
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Der Fall Madoff und die Verwicklungen der Bank Medici bringt auch Österreichs Diplomaten immer mehr Probleme

Wien - Der Fall Madoff und die Verwicklungen der Bank Medici bringt nicht nur Bankern, sondern auch Österreichs Diplomaten immer mehr Probleme. Nach Angaben der "Oberösterreichischen Nachrichten" (Montagausgabe) hat nicht nur die zentralafrikanische Entwicklungsbank (Banque des etats de I'Afrique centrale - BDEAC) 16 Mio. Euro über das Pariser Büro der Bank Austria angelegt, die beim Betrüger Bernard Madoff verschwunden seien. Auch der Afrikanische Solidaritätsfonds (ASF), der elf Millionen Euro bei der Bank Austria in Paris deponiert habe, beklage einen Totalverlust, so die Zeitung.

Der ASF mit Sitz in Niamey (Niger) wurde von 13 Staaten Afrikas (Benin, Burkina Faso, Burundi, Zentralafrikanische Republik, Elfenbeinküste, Gabun, Mali, Mauritius, Niger, Ruanda, Senegal, Tschad und Togo) 1976 zur Entwicklungshilfe gegründet. Elf Mio. Euro wurden laut "OÖN" beim Pariser Büro der Bank Austria angelegt und laut ASF ohne sein Wissen von der Bank Austria an die Bank Medici weitergeleitet.

Bankgeheimnis

Die Bank Austria habe in beiden Fällen auf das Bankgeheimnis verwiesen. Generell sehe die Bank aber nicht ein, warum man für einen US-Milliardenbetrüger verantwortlich sein soll. Madoff soll Anleger um 50 Milliarden Dollar (34,8 Mrd. Euro) geprellt haben. 2,1 Milliarden stammten von Kunden der kleinen Wiener Bank Medici, an der die Bank Austria 25 Prozent hält.

Der ASF habe zwar noch nicht offiziell bei der österreichischen Regierung wegen Schadenersatz interveniert. Bei der jüngsten Welttagung der Entwicklungsbanken, zu denen auch der Internationale Währungsfonds und die Weltbank zählen, hätten jedoch ASF-Vertreter die österreichischen Repräsentanten wegen dieses Falles zur Rede gestellt. Es könne nicht sein, dass das offizielle Österreich zusehe, wie eine österreichische Bank die ärmsten Staaten der Welt um Millionen betrüge, schreiben die "OÖN". (APA)

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    Der Afrikanische Solidaritätsfonds (ASF), der elf Millionen Euro bei der Bank Austria in Paris deponiert hat, beklage einen Totalverlust.

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