Assauer: "Großes Liqui­ditäts­problem bei Schalke"

30. August 2009, 13:53
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Ex-Manager kritisierte die Vereinsführung, Rechnungen und Gehälter würden verspätet gezahlt - Magath: "Verein ist gesund"

Wien/Gelsenkirchen - Das 0:1 am Samstag gegen Freiburg brachte schon einigen Ärger, dann kam Rudi Assauer. Der ehemalige Manager von Schalke 04 sprach im "DSF" von einem "großen Liquiditätsproblem" des Bundesligisten. Und weiter:"Irgendwann mal kommen die Gelder, zu meiner Zeit wurden Gehälter und Firmen immer pünktlich bezahlt. Sie werden eine harte Zeit erleben, mit dem Kader kommen sie oben nicht so schnell heran. Da kann auch Magath nicht mehr rausholen. Ein Verdienst der Vereinsspitze, die nichts zuwege gebracht hat."

Die Angesprochenen reagierten nicht ganz überzeugend. Schalkes Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies bezüglich eines Verzugs bei der Überweisung von Gehältern: "Mir ist bisher nichts bekannt darüber. Aktuell ist das nicht so. Ich werde Montag beim zuständigen Vorstand Peter Peters fragen, ob das so war."

Das Schalke-Projekt von Felix Magath, des neuen starken Mannes in Gelsenkirchen, könnte sich also noch schwieriger gestalten, als ohnehin erwartet werden musste. Denn ein Spitzenplatz wird mit Blick auf den zur Verfügung stehenden Kader in der aktuellen Spielzeit nicht leicht zu erreichen sein. Und dass die finanziellen Mittel fehlen, daran etwas zu ändern, war schon länger kein Geheimnis. Im Gegenteil schwirrten Gerüchte umher, dass der brasilianische Rechtsverteidiger Rafinha Schalke kurz vor Schließung des Transferfensters am Montag Richtung Bayern München verlassen soll.

Sollten Assauers Angaben der Wahrheit entsprechen, könnte Schalke im schlimmsten Fall ein Schicksal à la Dortmund drohen. Den Aufwendungen für eine teure Mannschaft, die dem Platzhirsch Bayern den Rang ablaufen sollte, standen hier wie dort nicht die entsprechenden Resultate (und also auch nicht Einnahmen) gegenüber. Eine Konstellation, in der ein Verein rasch in dramatische Schieflagen abgleiten kann.

Assauer war im Mai 2006 im Streit von Schalke geschieden, insofern könnte es der 65-Jährige, der sich seither immer wieder als Kritiker seiner Nachfolger zu Wort gemeldet hat, schwer haben, nicht selbst in die Verantwortung für eventuelle Fehlentwicklungen genommen zu werden.

Er sein zwar nicht für Finanzen zuständig, widersprach Magath am Sonntag den Vorwürfen Assauers, er könne jedoch sagen, dass der Klub gesund sei: "Auch wenn die Zeiten nicht rosig sind." Einen Transfer von Rafinha nach München schloss Magath dezidiert aus. (Michael Robausch, derStandard. at 30.8. 2009)

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    Rudi Assauer macht wieder einmal Wirbel. Der Mann, dessen zweite Ära als Manager von Schalke 04 von 1993 bis 2006 währte, als er einer Entmachtung durch Rücktritt zuvorkam, ist heute als Berater des Wuppertaler SV tätig.

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