Wahlen Japan

Sieger Hatoyama beginnt mit Regierungsbildung

31. August 2009, 13:32
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    Der neue steht vor großen Herausforderungen, der alte ist Geschichte.

Liberal­demokraten verlieren nach 5 Jahrzehnten Mehrheit - Ministerpräsident Aso will Parteivorsitz abgeben - Yen stieg auf ein Sieben-Wochen-Hoch

Tokio - Nach seinem historischen Wahlsieg hat Japans künftiger Ministerpräsident Yukio Hatoyama Gespräche zur Regierungsbildung aufgenommen. Endlich sei seine Demokratische Partei (DPJ) in der Lage, eine neue Form der Politik zu gestalten, die die Erwartungen der Menschen erfülle, sagte Hatoyama am Montag. Der Gewinner der Unterhauswahl kündigte an, eine Mannschaft zu bilden, die den Regierungswandel vorbereiten solle. Mit seinem Sieg verdrängte Hatoyama die seit mehr als einem halben Jahrhundert nahezu ununterbrochen regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) von Ministerpräsident Taro Aso von der Macht.

Es wurde erwartet, dass die DPJ trotz ihrer Mehrheit von 308 der 480 Sitze im japanischen Unterhaus eine Koalition mit kleineren Parteien wie den Sozialdemokraten eingehen würde. Seine künftigen Minister will Hatoyama, dessen Partei deutlich mehr als die Hälfte der Sitze errang, allerdings nicht nominieren, bevor er offiziell zum Ministerpräsidenten ernannt worden ist. Das wird voraussichtlich auf einer Sondersitzung des Parlaments in zwei Wochen geschehen.

Die 1996 gegründete Demokratische Partei hat bereits erklärt, die Kaufkraft der Bevölkerung stärken, Haushaltsausgaben kappen und die Macht der Bürokraten eindämmen zu wollen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist hart von der Wirtschaftskrise getroffen. Neben einer Rekord-Arbeitslosigkeit belasten das Land außerdem die steigenden Sozialausgaben in Folge einer immer älter werdenden Bevölkerung.

Yen stieg auf Hoch

Anleger begrüßten den Regierungswechsel, der den Stillstand der Politik der letzten Monate beendet. Der Yen stieg auf ein Sieben-Wochen-Hoch. Die starke japanische Währung drückte allerdings Exportwerte wie Canon ins Minus und ließ den Nikkei mit einem Abschlag von 0,4 Prozent auf 10.492 Punkten aus dem Handel gehen. Jetzt hänge alles davon ab, wie die Demokraten in den ersten 100 Tagen die Erwartungen erfüllten, sagte Analyst Koichi Haji von NLI Research.

Laut Medienprognosen haben die Demokraten bei der Unterhauswahl am Sonntag 308 von 480 Sitzen errungen. Die LDP kommt demnach auf 119 Abgeordnete nach 296 Sitzen bei der letzten Wahl 2005. Der bisherige Ministerpräsident Taro Aso hatte noch in der Wahlnacht angekündigt, die Verantwortung für die Niederlage zu übernehmen. Seine Partei solle baldmöglichst eine neue Führung wählen. Die seit mehr als 50 Jahren fast ununterbrochen regierenden Liberaldemokraten (LDP) waren von den Wählern am Sonntag erwartungsgemäß hart abgestraft worden (APA/Reuters/AFP)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
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Der Argonaut im Kosmokrator
10
31.8.2009, 15:52

Banzai!
(^_^)

hellfast
00
31.8.2009, 16:49

banzai ist ein ausruf, der die treue zum kaiser bezeugen soll. -.-


Raptor Jesus
00
31.8.2009, 15:26
C-C-C-Combobreaker

Doom1502
11
31.8.2009, 12:23
Wahlversprechen

"So will sie unter anderem das Kindergeld erhöhen, die Gebühren für höhere Schulen und Autobahnen abschaffen und den Bauern Mindesteinkommen geben."

Das sind ja alles sehr kostenintensive Versprechen.
Ich frage mich wo Hatoyama dafür das Geld hernehmen will.... mit 180% des BIPs Staatsverschuldung.
Außerdem ist gerade die Autobahnmaut DER Faktor der dafür sorgt, dass die Japaner so ziemlich für alle weiteren Strecken die Bahn nutzen - die ist gut!

hellfast
00
31.8.2009, 14:25

ähem. autobahn 110km/h. shinkansen 300km/h.

Herzerzog Johann
00
31.8.2009, 15:49
110/300 km/h

Das hat was. Könnten wir auch brauchen!

hellfast
00
31.8.2009, 16:13

wien-salzburg sollte eh mal bald in einer annehmbaren geschwindigkeit (ice) gehen.

Drexau
21
31.8.2009, 09:14
na toll

und wieder ein regierungschef, der auf einen zug augspringen will, der schon längst abgefahren ist.

der ausdruck "politiker-dynastie" jagt mir allerdings den eiskalten schauer über den rücken. klingt nach besitzstandswahreren. mal sehen....

Herzerzog Johann
00
31.8.2009, 15:48
eiskalten schauer

Eher nicht. Der fernöstliche Zugang dazu bleibt uns wohl meistens verschlossen.

Hitecut
04
30.8.2009, 20:05
Man wird sehen

Allzu optimistisch braucht man nach allem was ich bisher über die DPJ und Yukio Hatoyama gelesen habe ja nicht sein. Sie scheint nicht viel weniger von Bürokraten durchsetzt zu sein als die LDP und wird ebenso von großen Politdynastien getragen, die sicher alles andere als Reformmotoren sind.

Aber Fakt ist, dass das japanische System diesen Wechsel trotzdem nötig hatte, denn jegliche Veränderung kann sich hier nur positiv auswirken und jetzt besteht zumindest die Chance, dass sich am starren japanischen Politapparat irgendetwas bewegt, wenn ich auch noch nicht überzeugt bin, dass die Veränderungen so stark und schnell kommen, wie sich vielleicht viele Japaner erhoffen.

[ y c a r u ]
 
70
30.8.2009, 20:29

nicht nur innert japan wird die dpj vor schier unlösbaren problemen stehen. ich weiß ja nicht, wie in japan wahltermine festgelegt werden, aber hatoyama noch im september auf einen g20 gipfel & die UN generalversammlung zu schicken ist meiner bescheidenen ansicht nach blanker unsinn.
ich rechne spätestens im frühling mit hatoyamas rücktritt [nicht unbedingt aus eigenem verschulden] und im besten fall mehrjährigem regierungs-stückwerk; dazwischen ein bißchen steuern der wirtschaft gesenkt.

[ y c a r u ]
 
40
30.8.2009, 20:02

The DPJ officials also said they are afraid the current ruling coalition parties might fail to convey important administrative information to the DPJ-led cabinet.

______________zitat
http://www.yomiuri.co.jp/dy/nation... Y01303.htm

im übrigen bin ich der meinung, dass sich das ganze in einer farce enden(?) wird . . .

beowulf2
 
14
30.8.2009, 19:36

"Außenpolitisch will sich Hatoyama stärker von den USA abnabeln und bessere Beziehungen zu asiatischen Ländern aufbauen"

Nun ja, so kann man es auch ausdrücken. Man kann aber auch ein wenig ehrlicher sein und es gleich auf den Punkt bringen:

Hatoyama: Japan will mit China enger zusammenarbeiten

http://german.beijingreview.com.cn/nachricht... 211847.htm

Hoffentlich führt das zu einer nachhaltigen Verbesserung zwischen den beiden Ländern. Es ist wichtig das man aufeinander zugeht, dann kann man auch über heikle Themen besser reden.

Lukas Chen
01
31.8.2009, 15:07
Das ist richtig

Hatoyama hat einen Artikel in New York Times veroeffentlicht, dass Japan will von den USA abnabeln, weil die USA mit der Globalisierung der Weltwirtschaft fuer die Weltfinanzkrise Schuld tragen; Japan soll besser mit den Ostasien-Staaten enger zusammen arbeiten; ein Fingerzeig von China, der schon der groesste Wirtschaftspartner Japans ist.

Ö-Vobie
55
30.8.2009, 18:05
Bravo, kluge Japaner!

Die Japaner wurden offenbar schneller aus Schäden klug als wir, mit unseren vielen ÖVP/FPÖ//BZÖ-Gläubigen. Jede neolibrale, rechte Partei, die uns weniger ausbeutet, ist aber ein großer Gewinn für die Bevölkerung.

http://orf.at/090830-42... index.html
"Die weltumspannende Krise ließ zudem die Kritik an der unternehmerfreundlichen Politik des früheren Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi lauter werden. Die in den Jahren 2001 bis 2006 betriebene Privatisierung der Post und die Deregulierung des Arbeitsmarkts hätten die sozialen Unterschiede verschärft. Unternehmer rechnen nach einem Machtwechsel mit einer Trendumkehr, weil die Gewerkschaften die Demokratische Partei unterstützen."

Davidoff et cetera
01
31.8.2009, 14:34

naja, 50 jahre würde ich nicht unbedingt als "schnell" bezeichnen...

Weh Ess Deh
00
30.8.2009, 16:21
A so?

Lord Edmund Blackadder
20
30.8.2009, 17:38

ein letztes mal kann man ihn heute noch machen, den gag ;-)

Alexander Reiter
02
30.8.2009, 19:46

Und er funktioniert lustigerweise auch im Japanischen.

Obama - ein gescheiterter Präsident
408
30.8.2009, 13:55

Hoffentlich stellt sich die japanische Opposition besser an als Obama. Wobei schlechter als Obama geht kaum.

Jojo07
01
31.8.2009, 08:28

Hähähä!
Passt Ihnen wohl nicht so ganz, dass Obama jetzt schon erfolgreicher ist als all dieser erzreaktionär-konservative Präsident vor ihm :-)))

Dass er die Welt mit einem Schlag zum Besseren Verändert hat, behaupte ich aber nicht! Aber das, was Bush und all die anderen konservativen Verbrec*er angerichtet haben, muss er versuchen, mühsam wieder ins Lot zu bringen. Ob es ihm gelingen wird? Keine Ahnung! Nur eins ist sicher: All die republikanischen Affen würden die Welt endgültig ins Chaos stürzen!

love is all you need
 
02
31.8.2009, 11:04
doch hat er zumindest ein kleines stück

mit der wahl eines schwarzen zum präsidenten in den usa wurde eine DER bastionen gesprengt.

selbst ein schwarzer - in usa leider oft ein mensch 2.klasse - kann präsident werden

hier wurde eine mauer durchbrochen !
die vor allem eine mauer in den köpfen vieler menschen darstellt durchbrochen

DD1981
00
31.8.2009, 07:28

"Bitte den Troll nicht füttern"


http://de.wikipedia.org/wiki/Trol... etzkultur)

Paul Muadib
12
30.8.2009, 18:41
Allein schon Ihr Nick...

...spricht Bände. Spricht da vielleicht einer, der sich noch immer ärgert, dass entgegen seinen Prognosen nicht der konservative McCain, sondern der weltoffene Obama gewonnen hat?

Im übrigen ist Obama schon sehr viel - erfolgreich - angegangen; die für Obama geradezu lebensgefährliche Hetzkampagne, die die Ultrakonservativen auf unverantwortliche Weise gegen ihn und seine dringend notwendige Gesundheitsreform führen, können Sie diesem wohl kaum als Misserfolg umhängen.

Lord Edmund Blackadder
02
30.8.2009, 20:02

McCain. Ist das der mit den fritten?

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