Pjöngjang lässt vier südkoreanische Fischer frei

29. August 2009, 22:39
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Weiterer Schritt der Entspannung nach Abkommen zur Familienzusammenführung

Seoul - In einem weiteren Schritt der Entspannung hat Nordkorea vier südkoreanische Fischer freigelassen. Die vor knapp einem Monat festgenommenen Männer seien am Samstag mitsamt ihrem Boot an die südkoreanischen Behörden übergeben worden, sagte ein Sprecher der südkoreanischen Küstenwache. Eskortiert von zwei Patrouillenbooten habe sich das Fischerboot auf den Weg zum Hafen Sokcho gemacht. Das Boot war am 30. Juli in nordkoreanische Hoheitsgewässer geraten. Nach südkoreanischen Angaben waren Probleme mit dem Navigationssystem die Ursache. Nordkorea beharrte aber darauf, dass das Boot illegal in seine Gewässer eingedrungen sei.

Am Freitag hatten Nord- und Südkorea erstmals seit fast zwei Jahren wieder Zusammenführungen von seit dem Koreakrieg (1950-53) getrennten Familien vereinbart. Die Familientreffen sollen bereits in rund vier Wochen stattfinden. Über einen Zeitraum von sechs Tagen sollen sich ab dem 26. September insgesamt 200 Familien sehen können. Nach dem ersten Nord-Süd-Gipfeltreffen im Jahr 2000 gab es bis Ende 2007 regelmäßig Familienzusammenführungen unter Leitung des Roten Kreuzes. Dabei konnten mehr als 16.000 Koreaner Angehörige kurzzeitig wieder treffen. Mit dem Amtsantritt des neuen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak im Februar vergangenen Jahres legte Nordkorea die Treffen wegen wachsender Spannungen auf Eis.

Durch den Start einer Rakete mit größerer Reichweite in Nordkorea Anfang April hatten sich die Spannungen in der Region zugespitzt. Pjöngjang wies daraufhin alle Atominspektoren der Vereinten Nationen aus und zog sich aus den Sechs-Länder-Gesprächen mit den USA, Südkorea, China, Russland und Japan über atomare Abrüstung zurück. (APA)

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