Schwere Ausrüstungsmängel der deutschen Bundeswehr

29. August 2009, 22:35
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Berlin demnächst mit weiteren US-Forderungen konfrontiert

Hamburg/Wien - Mit schweren Mängeln bei der Ausrüstung hat die deutsche Bundeswehr in Afghanistan zu kämpfen, wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorausmeldung vom Samstag unter Berufung auf interne Berichte des Verteidigungsministeriums in Berlin meldet. Demnach ist mehr als die Hälfte der rund 700 geschützten Bundeswehr-Fahrzeuge am Hindukusch zeitweise nicht einsatzbereit. Wegen eines Mangels an Ersatzteilen müssten sogar "Transall"-Transportflugzeuge ausgeschlachtet werden. Für Hubschrauber gebe es nicht genug Piloten, für die Übertragung geheimer Informationen fehlten geeignete Computer und Funkgeräte.

Nach "Spiegel"-Informationen wird US-Präsident Barack Obama nach der deutschen Bundestagswahl am 27. September fordern, dass die Bundeswehr noch mehr Soldaten in den Afghanistan-Einsatz schickt. Amerikanische Diplomaten hätten dies führenden CDU-Politikern gegenüber bereits angekündigt. Das Bundestagsmandat begrenzt die Truppenstärke derzeit auf 4.500 Soldaten. Es läuft im Dezember aus. Verteidigungsminister Franz Josef Jung wollte bereits im vergangenen Jahr die zulässige Obergrenze von 3.500 auf 6.000 Soldaten erhöhen, so "Der Spiegel". Wegen der Landtagswahl in Bayern habe er es aber bei 4.500 Mann bewenden lassen. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte vor einem Kongressausschuss in Washington erklärt, er fürchte eine "zweigeteilte" NATO, in der es Partner gebe, die bereit seien, für die Sicherheit anderer zu sterben, und solche, die dies nicht seien. Afghanistan droht laut einem Bericht des Londoner Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) der Zerfall, sollten die NATO-Truppen es nicht schaffen, die in den vergangenen Monaten deutlich erstarkten islamistischen Taliban niederzuringen.

Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler hatte am Freitag eine breite Debatte über das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan gefordert. Die Gesellschaft nehme bisher an dem Friedenseinsatz am Hindukusch zu wenig Anteil. Er sei froh darüber, dass die Amerikaner inzwischen stärker darauf setzten, die Menschen in Afghanistan von den Zielen des Einsatzes zu überzeugen. "Wenn wir eine bessere Balance zwischen militärischem und zivilem Teil bekommen, haben wir mehr Chancen auf Erfolg", sagte Köhler vor Militärangehörigen. (APA)

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