Havanna protestiert gegen EU-Diplomatenbesuch bei Dissidenten-Familie

29. August 2009, 21:47
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Botschafter mehrerer EU-Staaten einbestellt

Havanna - Die kubanische Regierung hat gegen den Besuch von EU-Botschaftern bei der Familie eines inhaftierten Dissidenten protestiert. Das Außenministerium in Havanna bestellte die Botschafter Deutschlands, Großbritanniens, Polens, Schwedens und Ungarns ein und übergab ihnen eine formelle Protestnote, verlautete aus diplomatischen Kreisen.

Ein Diplomat der schwedischen Botschaft hatte am Donnerstag den Besuch bei der Familie von Darsi Ferrer organisiert. Der Familie seien Lebensmittel, Kleidung und andere Spenden gebracht worden. Ferrer wurde im vergangenen Monat verhaftet und beschuldigt, er habe Zementsäcke auf dem Schwarzmarkt gekauft. Es war der erste Kontakt der EU mit einem prominenten Dissidenten seit einem Jahr.

Im vergangenen Sommer hob die EU nach fünf Jahren Sanktionen gegen Kuba auf, die wegen der Verhaftung von 75 Oppositionellen verhängt worden waren. Aus den diplomatischen Kreisen verlautete, in dem Protest habe Kuba klar gemacht, dass mit dem Besuch "der begonnene politische Dialog" gefährdet worden sei. (APA/AP)

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