Botschafter mehrerer EU-Staaten einbestellt
Havanna - Die kubanische Regierung hat gegen den Besuch
von EU-Botschaftern bei der Familie eines inhaftierten Dissidenten
protestiert. Das Außenministerium in Havanna bestellte die
Botschafter Deutschlands, Großbritanniens, Polens, Schwedens und
Ungarns ein und übergab ihnen eine formelle Protestnote, verlautete
aus diplomatischen Kreisen.
Ein Diplomat der schwedischen Botschaft hatte am Donnerstag den
Besuch bei der Familie von Darsi Ferrer organisiert. Der Familie
seien Lebensmittel, Kleidung und andere Spenden gebracht worden.
Ferrer wurde im vergangenen Monat verhaftet und beschuldigt, er habe
Zementsäcke auf dem Schwarzmarkt gekauft. Es war der erste Kontakt
der EU mit einem prominenten Dissidenten seit einem Jahr.
Im vergangenen Sommer hob die EU nach fünf Jahren Sanktionen gegen
Kuba auf, die wegen der Verhaftung von 75 Oppositionellen verhängt
worden waren. Aus den diplomatischen Kreisen verlautete, in dem
Protest habe Kuba klar gemacht, dass mit dem Besuch "der begonnene
politische Dialog" gefährdet worden sei. (APA/AP)