Yasssu: Nachrichten per Ortsgespräch

29. August 2009, 18:23
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Mit einem Anruf kann man sich sein individuelles News-Portfolio übers Handy vorlesen lassen

News-Junkies haben meist einen umfangreichen Speisezettel: Da die Lieblingszeitung und ein paar Magazine, dort TV- und Radio Nachrichtensendungen. Und oft kommt man erst zum Konsum, wenn die Sendung schon gelaufen, die Zeitung wieder verlegt ist. Das Online-Portal Yasssu.com des gleichnamigen österreichischen Start-ups hat ein Service entwickelt, mit dem man am PC sein individuelles Portfolio zusammenstellen kann - und es sich dann an jedem beliebigen Handy mit Anruf ins Festnetz vorlesen lassen kann.

Einfach

Der Dienst funktioniert denkbar einfach: Aus einem derzeit rund 5000 Medientitel umfassenden Angebot stellt man sein Nachrichten-Wunschprogramm durch Drag & Drop am Bildschirm zusammen (Logo des Anbieters auf das private Menü ziehen). Das können, wie bei Zeitungen, den Radio-Journalen oder BBC- und CNN-Nachrichtenüberblicken, laufend aktualisierte Meldungen sein (erstaunlich, wie gut TV-News ohne Bild funktionieren). Oder es ist, wie bei Magazinen, eine händisch vorgenommene Auswahl interessanter Beiträge. Bei Anruf - das System erkennt den Teilnehmer - beginnt Yasssu, das Portfolio vorzuspielen, mithilfe der Zifferntasten kann man fernsteuern (vor, zurück, Sprung zum nächsten Medium etc.). Multimedia-Handys können dazu natürlich auch Videoclips abspielen, nettes Zusatzfeature ist eine Youtube-Bibliothek: So kann man z. B. seine privaten Videos leicht sammeln. Und natürlich kann das Portfolio auch am PC gespielt werden.

"Medien vollziehen einen Taktwechsel", sagt Yasssu-Gründer Roland Mueller im Gespräch mit dem Standard. "Statt zu fixen Zeitpunkten ein Gesamtpaket zu erhalten, wollen Konsumenten Inhalte ,on demand'. Das wollen wir vereinfachen." Dabei arbeitet Yasssu mit den jeweiligen Medien zusammen: Als kommerzielles Service vertont die Firma Beiträge etwa für die Zeit, derStandard.at oder Profil - nicht mit Synthesizer, sondern mit lebenden Sprechern. Erträge werden geteilt: Nebst dem Gratis-Angebot, das nur ein schmales Portfolio ermöglicht, will Yasssu von seinem Premiumdienst um 3,90 Euro im Monat leben.

Fokus auf Quellen

Derzeit sei Yasssu "auf Quellen fokussiert", sagt Mueller, soll heißen: Man wählt die Medien aus, deren Beiträge man hören will. Künftig soll es auch die Möglichkeit geben, Themen zu wählen, das System sucht die Beiträge aus unterschiedlichsten Medien zusammen. Yasssu ist international und mehrsprachig, im September startet es einen "Softlaunch", dann soll der Dienst zusammen mit einem - noch ungenannten - internationalen Partner lanciert werden. (Helmut Spudich, DER STANDARD/Printausgabe, 29.8.2009)

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