Gedenken an erste sowjetische Atombombenexplosion

29. August 2009, 16:32
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Schätzungen zufolge erkrankten als Folge der Tests bis heute etwa 1,6 Millionen Menschen

Moskau - In der zentralasiatischen Republik Kasachstan und in Russland ist am Samstag der Explosion der ersten sowjetischen Atombombe vor 60 Jahren gedacht worden. Bei einer Versammlung an einem Mahnmal nahe dem 1991 stillgelegten Testgelände Semipalatinsk in Kasachstan legten viele Menschen Blumen für die Opfer radioaktiver Strahlung nieder, meldete die Agentur Interfax. An dem Treffen nahmen auch Vertreter der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki teil, die 1945 von Atombomben der USA weitgehend zerstört worden waren.

"Es ist ein Tag der Hoffnung, aber auch der Trauer über jene Menschen, die den heutigen Tag nicht erleben durften", sagte der Leiter der Anti-Atomwaffen-Bewegung Nevada-Semipalatinsk, Sultan Kartojew. In Moskau hoben russische Wissenschaftler die andauernde Bedeutung von Atomwaffen für die strategische Stabilität in der Welt hervor. "Unser Atomschild wurde zu einem mächtigen Friedensfaktor", sagte der Atomforscher Arkadi Brisch der Agentur RIA Novosti. Auch der russische Kernphysiker und spätere Regimegegner Andrej Sacharow (1921-1989) habe sich für eine sowjetische Atombombe als Gegengewicht zum US-Nukleararsenal ausgesprochen. "Ich hoffe aber, dass sich die Menschen besinnen und eine Zeit erleben werden, in der niemand mehr Atomwaffen besitzt", sagte Brisch.

Rund 500 Atombombenexplosionen

Am 29. August 1949 war nahe der kasachischen Stadt Semei (vorm. Semipalatinsk) die erste sowjetische Atombombe gezündet worden. Insgesamt detonierten auf dem Gebiet bis zur Versiegelung des letzten Schachts rund 500 Atombomben. Weil die Tests geheim waren, ließ die Staatsmacht nicht immer alle Orte in der Umgebung evakuieren. Schätzungen zufolge erkrankten als Folge der Tests bis heute an die 1,6 Millionen Menschen in der Region rund 500 Kilometer östlich der Hauptstadt Astana. (APA)

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