Weltwirtschaft

Krise kostet über 10.500 Milliarden Dollar

29. August 2009 15:18

Abschreibungen, Pleiten, Wert­verluste: Je Erdenbewohner beliefen sich die Kosten für die Finanzkrise auf rund 1.500 Dollar

Hamburg - Die Finanzkrise wird die Weltwirtschaft bis Ende dieses Jahres nach Schätzungen über 10 Billionen Dollar kosten. Wie die "Welt" (Samstag) berichtet, kommen die Experten von Commerzbank Research bei ihren Berechnungen auf eine Summe von 10 500 Milliarden Dollar (7.300 Milliarden Euro). "Wir haben uns in der Finanzkrise zwar an hohe Summen gewöhnt, aber dieser Betrag ist einfach unglaublich", sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Bank. Je Erdenbewohner beliefen sich die Kosten damit auf etwas mehr als 1.500 Dollar.

Rund 1.600 Milliarden Dollar Verlust entstanden danach bei Banken durch Abschreibungen und Pleiten. Die Wertverluste an Wohnimmobilien in den USA und Großbritannien, die besonders von der Immobilienkrise heimgesucht wurden, wurden mit insgesamt 4.650 Milliarden veranschlagt. Der aus der Finanzkrise folgende Einbruch der Weltwirtschaft kostete in den beiden vergangenen Jahren zudem rund 4.200 Milliarden Dollar. Die Volkswirte unterstellten dabei, dass die Weltwirtschaft ohne die Krise so stark gewachsen wäre wie im Durchschnitt der vorherigen Jahre.

Kosten dürften noch steigen

Der deutschen Volkswirtschaft gingen nach den Berechnungen durch die Krise 237 Milliarden Dollar verloren: Auf 104 Milliarden beliefen sich allein die Abschreibungen deutscher Banken. Das niedrigere Wirtschaftswachstum 2008 und 2009 wird mit 133 Milliarden Dollar an Bruttoinlandsprodukt (BIP 2008: rund 3.600 Milliarden Dollar) veranschlagt.

Obwohl die Kosten der Finanzkrise noch weiter steigen dürften, sei die Zukunft dennoch nicht schwarz zu sehen. Denn inzwischen habe die Weltwirtschaft ihren Sturzflug beendet, sagte Krämer. Die Häuserpreise in den USA fielen nicht mehr und die Banken hätten bereits frisches Kapital in Höhe von 1.300 Milliarden Dollar aufgenommen. Die Krise sei nicht durch, jetzt ginge es aber um normale oder sogar abklingende Schmerzen. (APA)

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Weh Ess Deh
01.09.2009 18:24
Ein Monatslohn Im A...

Aber ich glaub, dass es bei uns noch deutlich mehr ist, statistisch realistisch gesehen. Der nepalesische Subsistenzbauer im Langtang Valley wird's nicht haben.

José Atento
31.08.2009 19:13
Nette Statistik

Aber bei mir sind es doch ein paar Dollar mehr, die mich diese Krise gekostet hat.


Alexander Neumaier
30.08.2009 17:31
Kann nicht sein, völlig unmöglich

Die hiesigen, dumpfkommunistischen/grünen, Forumsspezialisten behaupten doch immer, daß Geld nicht verschwinden kann sondern nur den Besitzer wechseln kann.
Ganz so, wie es in der geschlossenen Wirtschaftslaborlandschaft des Karl Marx vorgesehen ist.
Dann wüßte ich gerne, wer denn nun die 10 500 Mrd. USD hat?
Ob das die Forumsspezialisten auch erklären können?
Wo sind denn die großen Experten wie der "also dann" & Co.?
Beim Suchen nach einem passenden Zitat von Marx oder einem Wikipedia/Hohle Erde Link mit einer, zu ihrer Ideologie passenden, Erklärung ;-)

José Atento
31.08.2009 19:19
Es ist aber richtig, Geld kann nicht verschwinden, zumindest das was man langläufig als Geld bezeichnet.


Buchgeld, also Bewertungen von verschiedenen Assets sind meist fiktive Annahmen, diese waren komplett falsch. Das wurde bereinigt, aber es wurde KEIN Geld vernichtet.

Beispiel: Wenn Hr. A Hrn. B Aktien verkauft, dann wechselt Geld den Besitzer, aber es verschwindet nicht. Wenn der Kurs der Aktie steigt und Hr. B verkauft die Aktie an Hrn. C, dann wechselt auch nur Geld den Besitzer, aber die gesamte Geldmenge bleibt konstant.

Fällt der Kurs der Aktie wieder wird also auch kein Geld vernichtet sondern Bewertungen verändert!

also dann ...
31.08.2009 09:13
ein tipp :

da fragen sie mal bernanke...
oder den kongress, die auch gerne wüssten,
an w e n...die bisherigen 3.000 mrd flossen !

Fleisch
31.08.2009 08:50

Da hab ich Marx aber anders verstanden:

"Schon im ersten Band des »Kapital« ist gleich zu Anfang von den »Geldkrisen« die Rede. ... Was wir im Moment erleben und was vielen Leuten schier unbegreiflich erscheint, ist eine massive und massenhafte Vernichtung von fiktivem Kapital, die von der Entwertung realen Kapitals, das in Fabriken und Produktionsanlagen oder auch Warenvorräten steckt, wohl zu unterscheiden ist. Mit Marxschen Kategorien läßt sich auch erklären, wie beides zusammenhängt, warum und wie die Auflösung »fiktiver Kapitalwerte« zur Krise der Realökonomie und Vernichtung realer Werte dort führen kann und führen muß."

José Atento
31.08.2009 19:23

Ich kann auch empfehlen die österreichische Schule (Mises, Hayek, etc.) zu studieren. Da sind ganz plausible Erklärungen enthalten, warum es zu dieser Krise kam.

Fast alle Anhänger dieser Schule hatten vor dieser Krise gewarnt. Doch sogar jetzt werden sie nicht gehört. Die Dummheit der Keynesianer siegt wieder.

Alexander Neumaier
31.08.2009 09:18
In der beschränkten Welt von Marx

Gibt es aber kein fiktives Kapital, sondern nur einen geschlossenen Kreislauf von Werten in der Wirtschaft von denen einige auf realen Gründen (Produktionsmittel) und andere auf fiktiven Annahmen (Erwartungshaltungen) basieren.
Die Annahme von Marx, daß das fiktive und das reale Kapital beständig und eng miteinander verbunden sind, schließt dieses ja aus.
Sonst würde ja die Vernichtung von fiktivem Kapital nicht auf die Realwirtschaft durchgreifen können.
Wie dies im richtigen Leben der Fall ist.

José Atento
31.08.2009 19:25

Nur in einer Welt der Überschuldung ist die Bewertung des fiktiven Kapitals wichtig.

Freund der Sanktionen
30.08.2009 23:07
Ich darf Ihnen aber schon entgegenhalten,


daß Geld andererseits nicht dadurch entsteht, indem das Interesse vieler an einer Aktie einfach deren Preis hochtreibt.
Aber Sie befinden sich mit diesem Irrglauben ja in guter Gesellschaft; ahnungsloser ist nur mehr die US-amerikanische Regierung, die Geld einfach druckt als wäre es Muster auf Klopapier...

Alexander Neumaier
31.08.2009 07:27
Sorry

Ich habe die Ironietags vergessen.
Im Gegensatz zu den angesprochenen "Wirtschaftsweisen", eigentlich Waisen der marxistischen Theorien verstehe ich mein Geschäft.
Aber Danke für das vorauseilende Mitleid ;-)

Freund der Sanktionen
30.08.2009 15:29
Naja, das sind nur Zahlen. In keinem Falle aber ist es Geld,


das vorher physisch existierte. Ein Teil von den absurden Phantasiegewinnen konnte halt nicht mehr rechtzeitig in jenes Geld umgetauscht werden, mit dem man sich Wurstsemmeln, Autos oder Grundstücke kauft. So ist das halt, wenn man von Fantastilliarden träumt...

her wig
30.08.2009 15:08

Das ist so wie wenn ein Händler in einer Wirtschaftsflaute seine Produkte nicht mehr los wird, mit dem Preis herunter gehen muss, und das dann Kosten nennt. Ja, schon, für den Händler sind's rechnerische Kosten. Für alle anderen - und das sind die meissten - sind einfach die Produkte billiger geworden.

Die Pressemeldungen kommen immer so daher als ob wir alle Banker und Wertpapierhändler wären. Sehr seltsam. Bei anderen Branchen ist das nicht so. Wenn die Milch billiger wird ist das eine Jubelmeldung - obwohl, würden wir uns für Milchbauern halten, müssten wir alle jammern.

Hallo, Standard, aufwachen, eure Zielgruppe ist eine differenzierte!

tom baraky
30.08.2009 14:53
US offiziell: es gibt keine Krise mehr

MrE
30.08.2009 11:51
was ging verloren? auf wessen kosten?

ein vergleich:
pro tag werden ca. 100mrd usd im welthandel (güter und dienstleistungen) generiert.
pro tag werden ca. 4000mrd usd im derivatenhandel (reine buchhaltungsgelder) jongliert.

ok, nicht alles was hinkt ist ein vergleich - schon klar;-) jedoch wurde das volumen des derivatenhandel stark minimiert und der welthandel (relativ) gering kleiner. also, wer hat was verloren????

khaleb
30.08.2009 14:44
Bei den Häusern verlieren nur die Spekulanten

mir ist es egal, ob mein Haus, das gestern noch 1 Mio. € wert war, heut nur 1€ wert ist.
Ich kann genauso drin wohnen wie gestern.

Tildy
30.08.2009 17:24
Ja, das ist klar aber NUR wenn

Sie das Haus geerbt oder geschenkt bekommen haben.

Denn wenn Sie das Haus kaufen müssen dann wirds Ihnen nicht egal sein ob der Kaufpreis einen oder 300.000 Euro beträgt. Stimmts?

Denn Sie müssen dieses Geld aufstellen.
Also ich habe keine Haus geerbt und auch keines geschenkt bekommen. Deshalb sind mir persönlich die Preise nicht egal.

her wig
30.08.2009 20:13

Dann ist jetzt ein idealer Zeitpunkt, eins zu kaufen. Nützen sie die Krise der anderen! Obwohl, bei uns glaub' ich hat sich nicht wirklich viel getan, Sie müssten sich in den USA ein Häuschen kaufen, oder in Island, das soll momentan seehr günstig sein.

José Atento
31.08.2009 19:28

Bei uns ist die Immoblase noch nicht geplatzt. Dazu ist diese Krise noch nicht weit genug zu uns vorgedrungen.

Außerdem sorgen die Regierungen mit Förderungen etc. dafür, dass die Preise nicht fallen.

also dann ...
01.09.2009 18:43
stimmt . . .ausser bei ex-MEL + immofinanz,

wo die afa...ca. 3 mrd. erreichte.

das spiel - ist so dumm, wie "erfolgreich" :
- über jahre wurde die story der goldenen ost-immo-nuggets...jedem sparer angedreht,
- gemäss IFRS mithilfe der KPMG`s...aufgewertet
- die - scheingewinne - cash... herausgenommen,
und nun gibts auf einmal die "bröseln"...en masse.

so was nennt man einfach :
organisierter anleger-betrug.

cocel
30.08.2009 11:22

zehntausendbillionendreihundertfünfsiebzigmillionenmillionenzweiundzwanzigtausendtrillionenmillionentausendzehneins!!!!!!111eins!

Chris Quast
30.08.2009 02:07

da kann ich mit einer kulinarischen erfindung haderers antworten.

Mirdochblunzen, mhhhh die schmeckt !!!

mal sinds 3,4,5 bill $, dann wieder 10, zuletzt laß ich für usa alleine bis zu 23 bill $, ist doch alles kaffeesud.

also mirdochblunzen oder die mirdochwurscht plus kaffeesud und fertig ist das katerfrühstück.

Andersdenkender
29.08.2009 22:27
unnötige berechnung

geld ansich hat keinen wert. der wert ist ein soziales konstrukt.

das problem sind nicht die fiskalen kosten, sondern die gesellschaftlichen probleme wie arbeitslosigkeit, unsicherheit, weniger konsum, ausbleibendes wirtschaftswachstum, etc.
diese werte, probleme, verluste können aber nicht in "geld" ausgedrückt werden - auch wenn diese und andere faktoren den wert des geldes indirekt beeinflussen. die umkehrrechnung ist eine sehr fiktive.

Dr. Seltsam
 
31.08.2009 07:25

Geld ist dann kein soziales Konstrukt mehr, wenn man nicht mehr genug davon hat, um sich ein Dach über den Kopf leisten oder Essen kaufen zu können.

Für Manche ist die Krise nur eine 0 weniger am Konto.
Für Andere, die in Boomzeiten auch nicht gewonnen haben, ist es bittere Realität.

LX13
29.08.2009 22:46
alleine wenn Du von ausbleibenden Wirtschaftswachstum redest

bist Du im selbem Denkschema, wie die Verursacher.
Alles muss steigen, oder wie? Wie man gesehen hat geht das nicht...

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