Abermaliger Anstieg des Ifo-Index

29. August 2009, 14:41
posten

Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Bank - Von Stephan Lingnau und Vincent Holzer

Der abermalige Anstieg des Ifo-Index und der ungebrochene Aufwärtstrend an der Wall Street verhalfen dem Stoxx 600 bei steigendem Handelsvolumen zu einem Plus von 2,43%. Der Euro Stoxx 50 konnte gar 4,28% zulegen. Bis auf den Einzelhandel (-0,3%) und Automobilproduzenten (-1,6%) verzeichneten alle Sektoren Zuwächse. Banken, Versicherungen und Versorger stiegen um fast 5%. Diese Sektoren zeigten somit, wie schon in den letzten Wochen eine relative Stärke. Bei den Stromversorgern haben die Kurssprünge wahrscheinlich mit der Hoffnung zu tun, dass es in Deutschland zu einer schwarz-gelben Koalition kommen wird und der geplante Atomausstieg bei der neuen Regierung der Geschichte angehören könnte.

Kupfer legte 4% zu und markierte am Montag einen neuen Jahreshöchststand bei USD 6.425/t. Die Lagerbestände sind stabil. Aluminium sank um 1% auf USD 1.884/t. Der Baltic Dry Index sinkt weiter leicht (-4%). Das Barrel Brent tendiert seitwärts seit Anfang August (USD 73, -1%) Der VDax blieb auf Wochensicht stabil bei 26 Punkten.

EZB: Kreditvergabe - 3,4 Prozent in 2009

Die Kreditvergabe der Banken in der Eurozone geht weiter zurück. Das Volumen der Ausleihungen von Banken an Firmen jenseits der Finanzbranche ging gegenüber Juni um EUR 26 Mrd. zurück. Seit Jänner ist das Kreditvolumen nun um insgesamt EUR 85 Mrd. geschrumpft. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das ein Minus von 3,4%. Von einer Kreditklemme wollen viele Fachleute aber dennoch nicht reden, unter anderem deshalb, weil das Emissionsvolumen der Unternehmensanleihen heuer zugenommen hat und der Kapitalbedarf so abgedeckt werden konnte. Die EZB selbst stellte Ende Juni Banken erstmals unbegrenzt Liquidität zur Verfügung. Diese nahmen das Angebot an und sicherten sich fast eine halbe Billion Euro. Seither ist aber unklar ob die Banken dieses Geld den Unternehmen zur Verfügung stellen, ihre Eigenkapitalbasis stärken oder am Finanzmarkt investieren. Die EZB hat indes für Ende September und Dezember zwei weitere massive Liquiditätsspritzen angekündigt.

Diageo mit schlechtem Ausblick

Diageo kann trotz eines Jahresgewinns nur mir trüben Aussichten für das kommende Geschäftsjahr aufwarten. Der Gewinn konnte um 7% auf GBP 1,6 Mrd. gesteigert werden. Der Umsatz stieg auf GBP 9,3 Mrd.(+15%). Vor allem die Prognosen für das kommende Geschäftsjahr sorgen für schlechte Stimmung, denn es wird mit einen Wachstum von nur 1% gerechnet. Es stellt sich die Frage wie gut sich ein Konzern, der sich auf Premiummarken spezialisiert, in der stattfindenden Konsumkrise positionieren kann. Konkurrent Heineken konnte im ersten Halbjahr hingegen die Erwartungen übertreffen und trotz sinkenden Bierkonsums den Gewinn auf EUR 483 Mio. steigern (+12%). In erster Linie gelang dies durch Kosteneinsparungen und Erhöhung der Preise. Der Verkaufserlös wuchs 11% auf EUR 7,2 Mrd.

Crédit Agricole steigert Gewinn um 164 Prozent

Überraschend deutlich konnte Crédit Agricole ihren Gewinn im 2. Quartal steigern. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Gewinn von EUR 76 Mio. auf EUR. 201 Mio. Die Erlöse beliefen sich auf EUR 4,56 Mrd. was einem Anstieg von über 40% entspricht. Nicht nur im
etablierten Privatkundengeschäft, sondern auch in der Investmentsparte konnten Profite erzielt werden. Doch wie so viele andere in der Branche musste die Bank ihre Risikovorsorge von EUR 365 Mio. auf EUR 1,13 Mrd. deutlich anheben. Nichtsdestotrotz gehört die Crédit Agricole Aktie dieses Jahr zu den Top- Performern des CAC-Index und ist außerdem kein Bezieher von Staatshilfe. Die Deutsche Bank gab diese Woche indes bekannt, dass man bis Mitte Oktober über die angestrebte Beteiligung bei Sal. Oppenheim entscheiden will.

Nokia will Netbooks produzieren

Der Weltmarktführer bei Mobiltelefonen Nokia plant demnächst in das Geschäft mit Netbooks einzusteigen. Dieser Schritt kommt nicht unerwartet, da viele Computerhersteller mehr und mehr in Nokias Smartphonerevier mitmischen und die Finnen soviel Marktanteil wie möglich am mobilen Web halten wollen. Interessant ist auch die wachsende Kooperation mit Microsoft, denn neben der Tatsache, dass seit einiger Zeit Office auf Highendtelefonen angeboten wird, soll auch Windows 7 das Betriebssystem der Netbookserie werden.

Fielmann expandiert weiter

Die Kosten der Expansion in neue Niederlassungen drücken den Gewinn von Fielmann. Der Vorsteuergewinn sank im zweiten Quartal um 5,5% auf EUR 39 Mio. Der Umsatz legte auf EUR 238 Mio. leicht zu. Die Verkaufszahlen kletterten - angekurbelt durch höhere Werbeausgaben - binnen Jahresfrist um 100.000 Stück auf 1,6 Millionen.

Short News

Hapag-Lloyd muss stärker gestützt werden als bislang angenommen. Das Rettungspaket für die Reederei wird aufgestockt. MAN verschärft seinen Sparkurs. Im Nutzfahrzeugbereich sollten die Verwaltungskosten um 20% gesenkt werden. Lufthansa hat sich bisher mit ihrer Kerosin- Hedging wacker geschlagen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet die Fluggesellschaft mit Kosten von EUR 3,2 bis 3,5 Mrd. 2008 wurden dagegen 5,4 Mrd. EUR ausgegeben. QCells droht ein herber Rückschlag beim geplanten Solarpark mit dem US-Siliziumhersteller MEMC in Bayern- Verträge mit anderen Solarfirmen untersagen MEMC entsprechende Projekte.

 

Share if you care.