Schinkels rät Schinkels zu feuern

29. August 2009, 12:31
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Kärnten präsentierte sich beim 1:4 in Mattersburg desolat - Schinkels: "Als Sportdirektor rate ich, einen Trainerwechsel in Betracht zu ziehen"

Matterburg/Klagenfurt - Was sich bereits im Sommer abzeichnete, darf nach den ersten Bundesliga-Runden geltend gemacht werden: Dem SK Austria Kärnten steht eine schwere Saison bevor. Beim 1:4 gegen den SV Mattersburg am Freitagabend präsentierten sich die Klagenfurter im Stil eines Absteigers. Coach Frenkie Schinkels riet Präsident Mario Canori in seinem Amt als Sportdirektor daraufhin sogar, einen Trainerwechsel in Betracht zu ziehen.

"Dass wir heute so stümperhaft aufgetreten sind muss ich auf meine Kappe nehmen", erklärte ein vom schwachen Auftritt seiner Elf sichtlich enttäuschter Schinkels unmittelbar nach der Partie im Pappelstadion. "Als Sportdirektor muss ich meinem Präsidenten raten, einen Trainerwechsel in Betracht zu ziehen." Präsident Canori meinte am Samstagvormittag dazu: "Eigentlich sollte der Trainer Schinkels raten, einen neuen Sportdirektor zu suchen. Weil die Mannschaft hat er in dieser Funktion zusammengestellt."

Am Sonntag ist in Kärnten jedenfalls eine Krisensitzung mit Funktionären und dem Trainerteam einberaumt, für die Canori laut eigenen Angaben sogar seinen Urlaub abgebrochen hat. Ob Schinkels danach noch den Trainersessel besetzen wird, scheint offen. "Er soll die Nerven nicht wegschmeißen. Morgen werden wir die Situation ausdiskutieren und dann weiterschauen", sagte Canori. Es sei jedoch bitter, wenn Schinkels den Eindruck vermittle, das Vertrauen in "seine Mannschaft" verloren zu haben.

Die Spieler selbst zeigten sich nach der fünften Saisonniederlage im sechsten Spiel zumindest selbstkritisch. "Wir müssen schauen, dass wir jetzt gemeinsam aus dem Abstiegskampf herauskommen", meinte Ehrentorschütze Marc Sand. Verteidiger Thomas Riedl stärkte Schinkels nach nur zwei Zählern in seit dem 18. März 16 sieglosen Spielen en suite demonstrativ den Rücken.

"Für diese Leistung gibt es keine Erklärung, am Trainer liegt es sicher nicht. Jeder muss sich an seiner eigenen Nase nehmen", erklärte der Deutsche. Schinkels selbst meinte, dass er "sicher nicht seine Spieler kritisieren wolle" - um jedoch auch umgehend festzustellen: "Die Spieler haben nicht kapiert, um was es im Abstiegskampf geht."

Personell könnte im Kader der Klagenfurter bis zum Transferschluss Montagmitternacht noch Bewegung kommen. Laut Canori steht ein Einzelsponsor parat, der "für eine spektakuläre Aktion" noch einmal Geld investieren wolle. Zur Diskussion steht der bei Udinese unter Vertrag stehende Ex-Kärntner Schumacher oder ein anderer Stürmer aus der italienischen Serie A. Schinkels zeigte sich aber skeptisch, stehen doch bereits acht Legionäre bei Kärnten unter Vertrag. Ein weiterer ausländischer Spieler würde nur einen weiteren Legionär auf der Tribüne bedeuten. (APA)

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    Schinkels: "Eigentlich sollte der Trainer Schinkels raten, einen neuen Sportdirektor zu suchen. Weil die Mannschaft hat er in dieser Funktion zusammengestellt.

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