Vorschlag des Putschpräsidenten Micheletti zurückgewiesen - Rechtmäßiger Präsident sollte als Privatperson zurückkehren und auf das Präsidentenamt verzichten
Managua/Tegucigalpa - Der vor zwei Monaten gestürzte
honduranische Präsident Manuel Zelaya will nicht auf eine Rückkehr an
die Macht verzichten. Er wies am Freitagabend (Ortszeit) einen
Vorschlag seines Widersachers, des Chefs der Übergangsregierung
Roberto Micheletti, zurück. Dieser hatte ihn aufgefordert, auf das
Präsidentenamt ebenso wie er selbst zu verzichten, um mit der
Installierung einer dritten Person den Weg zu einer Lösung des
Konflikts frei zu machen.
Zelaya, der sich in Nicaragua aufhält, nannte den Vorschlag
Michelettis willkürlich: "Nur das Volk von Honduras kann den
Präsidenten auswählen, und der Präsident bin ich", sagte er bei einer
Pressekonferenz in Managua. "Wir weisen jeden Vorschlag zurück, der
die Souveränität des Volkes verletzt."
Die internationale Staatengemeinschaft hat die Übergangsregierung
in Tegucigapla nicht anerkannt, die nach dem Staatsstreich am 28.
Juni die Macht in dem mittelamerikanischen Land übernommen hatte.
Zuletzt war zu Beginn dieser Woche eine Delegation der Organisation
der Amerikanischen Staaten (OAS) unverrichteter Dinge aus Honduras
abgereist. Sie hatte vergeblich versucht, Micheletti dazu zu bringen,
Zelaya als Chef einer Regierung der nationalen Versöhnung zu
akzeptieren. (APA/dpa)