Zugang ja, aber nur theoretisch

28. August 2009, 18:32
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Die EU-Kommission schlägt vor, dass Asylwerber in allen Mitgliedsstaaten der Union ein halbes Jahr nach ihrem Antrag auf internationalen Schutz Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen - und zwar zu allen Branchen. Was die Frist als solche angeht, übertrifft Österreich diese Vorgaben sogar: Laut Ausländerbeschäftigungsgesetz dürfen Asylwerber hierzulande schon drei Monate nach Antragstellung arbeiten.

Doch dieses Recht ist nur ein theoretisches: Ein Erlass des früheren Arbeitsministers Martin Bartenstein (ÖVP) aus dem Jahr 2004 schränkt die erlaubten Tätigkeiten auf nur zwei Bereiche ein - auf kontingentierte Ernte- und Saisonarbeit. Für jugendliche Asylwerber doppelt bitter: Da auch eine Lehre als Arbeit gilt, können sie keine Berufsausbildung machen. (bri/DER STANDARD, Printausgabe, 29./30. August 2009)

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