Die CDU bangt um ihre Poleposition

28. August 2009, 18:23
46 Postings

Am Superwahlsonntag drohen im Saarland, in Thüringen und Sachsen Verluste

Berlin - Dieter Althaus (CDU) legte sich noch einmal richtig ins Zeug. Es wäre eine "Katastrophe" , wenn in Thüringen ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen an die Macht käme, warnte der Ministerpräsident von Thüringen im Wahlkampfendspurt. Er kämpfe bis zur letzten Minute dafür, "dass wir in der Mitte gestärkt bleiben" .

Mit ähnlicher Sorge blickt sein saarländischer Regierungskollege dem morgigen Superwahlsonntag entgegen. Wie Althaus, droht auch Peter Müller (CDU) seine absolute Mehrheit an ein rot-rot-grünes Bündnis zu verlieren. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ist etwas gelassener. Zwar werden auch ihm Verluste vorhergesagt, er kann aber sicher weiter regieren.

Auch in Berlin ist die Nervosität vor diesem Wahlwochenende groß. Nur vier Wochen danach steht die Bundestagswahl an und die CDU bangt um ihre Poleposition. Werden morgen tatsächlich zwei ihrer Ministerpräsidenten abgewählt, dann ist das nicht der Schwung aus den Ländern, den sich Kanzlerin Angela Merkel und die in Umfragen führende CDU für die letzten vier Wahlkampfwochen erhoffen.

Zudem finden am Sonntag in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland, in Nordrhein-Westfalen, Kommunalwahlen statt. Auch dort verheißen die Umfragen nichts Gutes für die CDU. Die Sozialdemokraten liegen in vielen Städten vorne. Schneiden sie dort gut ab, könnte dies - zumindest in Nordrhein-Westfalen - einen kleinen Schub für die Bundestagswahl bringen. Denn das 18-Millionen-Einwohner-Land gilt als "Herzkammer der Sozialdemokratie" , wo Mobilisierung der Wählerinnen und Wähler für die SPD besonders wichtig ist.

Die Bundes-SPD ist auch fest entschlossen, linke Bündnisse zuzulassen. Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier glaubt nicht, dass rot-rote Koalitionen auf Landesebene, wie sie im Saarland und in Thüringen angestrebt werden, der SPD im Bundestagswahlkampf schaden könnten. Auch Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) meint: "Ich finde die Debatte über die Linkspartei schräg. Zwanzig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung tun manche so, als ob es da keine Veränderungen gegeben hätte." Schließlich hätte sich ja auch FDP-Chef Guido Westerwelle verändert - früher sei er ins "Spaßmobil" gestiegen, heute gelte er als seriöser Politiker. (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 29.8.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.