Lockerbie-Attentäter nicht bei Revolutionsfeiern

28. August 2009, 17:33
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Gaddafi-Sohn bestreitet "Heldenempfang" für Megrahi

London - Dem Lockerbie-Attentäter ist keine Rolle bei den bevorstehenden Jubelfeiern zum 40. Jahrestag der Revolution in Libyen zugedacht. Das sagte Saif al-Islam, der Sohn von Revolutionsführer Oberst Muammar al-Gaddafi, in einem Interview mit der in Glasgow erscheinenden Zeitung "The Herald" (Freitag-Ausgabe). Nach dem begeisterten Empfang für den begnadigten Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi in seiner Heimat war befürchtet worden, dass Gaddafi den Attentäter bei den Revolutionsfeiern ins Rampenlicht rücken könnte.

Die Feiern zum "40. Jahrestag der Revolution" sollen am 1. September ihren Höhepunkt erreichen. Gaddafi hatte am 1. September 1969 mit einer Gruppe junger Offiziere gegen den greisen König Idris I. geputscht, der sich gerade zur Kur im Ausland aufhielt. Die Putschisten proklamierten die Abschaffung der Senussi-Monarchie.

Der Empfang Megrahis in Tripolis, bei dem ihn zahlreiche Menschen mit libyschen und schottischen Flaggen jubelnd begrüßten, hatte bei den Hinterbliebenen der Opfer und den Regierungen der USA und Großbritanniens Entsetzen ausgelöst. Saif al-Islam al-Gaddafi wies Vorwürfe zurück, dass dem Attentäter ein Heldenempfang bereitet worden sei. Es habe keine offizielle Willkommensfeier gegeben, nur mehrere hundert Freunde und Familienangehörige seien am Flughafen erschienen. "Es gab keine offiziellen Feiern, keine Ehrengarde, kein Feuerwerk und keine Parade. Wir hätten einen viel besseren Empfang organisieren können", sagte er der Zeitung.

Der schottische Justizminister Kenny MacAskill hatte Megrahi in der vergangenen Woche begnadigt, weil er an Prostatakrebs leidet und nach Auskunft von Ärzten nur noch drei Monate leben wird. Der Libyer war 2001 wegen des Anschlags auf eine Maschine der US-Fluglinie PanAm über dem schottischen Ort Lockerbie mit 270 Opfern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Megrahi hatte seine Schuld stets bestritten. (APA/dpa)

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