Stimmabgabe in Supermärkten und Bahnhöfen

28. August 2009, 17:20
posten

Leicht erreichbare Wahllokale sollen Beteiligung erhöhen

Tokio - Wenn der Wähler nicht zur Urne kommt, muss die Urne eben zum Wähler: Über die Zusammensetzung ihres neuen Parlaments können die Japaner auch im Supermarkt oder am Bahnhof entscheiden. Um die Beteiligung an der Abstimmung zu erhöhen, haben die Behörden zahlreiche Wahllokale in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten oder wichtigen Verkehrsknotenpunkten eingerichtet. Dort können die Japaner schon jetzt ihre Stimme für die Parlamentswahl abgeben.

Bis zum vergangenen Sonntag haben dies bereits mehr als drei Millionen Menschen getan. Insgesamt könnten Schätzungen zufolge elf bis 13 Millionen Japaner schon vor dem eigentlichen Wahltermin an die Urnen gehen - das wären bereits mehr als ein Zehntel der Stimmberechtigten.

Im Abstand von zehn Metern angebrachte Schilder weisen den Wählern den Weg zur Abstimmung. "Am Vormittag kommen vor allem Hausfrauen und alte Männer, am Abend dann Angestellte", sagt Wahlhelfer Akira Ishii. "Samstags ist es gemischt." Der 66-jährige Nobuo Makino freut sich über das Angebot: "Es ist schon das dritte Mal, das ich so wähle, und es ist sehr gut." Früher hätten Japaner, die am Wahltag keine Zeit hatten, einer Vertrauensperson eine Vollmacht zur Stimmabgabe erteilen müssen, sagt Reiko Kazio, Angestellte einer Gemeinde bei Tokio. Durch das jetzige System würden mehr Leute wählen gehen. (APA)

Share if you care.