Hunderte protestieren in Bariloche gegen Nutzung kolumbianischer Militärbasen durch US-Armee
Bariloche - Im Vorfeld des Sondergipfels der Union
Südamerikanischer Nationen (UNASUR) im argentinischen Bariloche haben
hunderte Menschen gegen das Militärabkommen zwischen den USA und
Kolumbien demonstriert. "Das ist eine Demonstration für den Frieden
und den Rückzug der US-Truppen von unserem Kontinent - wir wollen die
Einheit Lateinamerikas", sagte einer der Organisatoren, der
Gewerkschafter Edgar Actis, am Donnerstag.
Die Proteste richteten sich gegen das Vorhaben Kolumbiens, der
US-Armee Zugang zu sieben seiner Militärstützpunkte zu gewähren. An
der Kundgebung im Zentrum des südwestargentinischen Wintersportortes
beteiligten sich unter anderem Menschenrechtsgruppen, Gewerkschaften
und Vertreter der Mapuche-Indianer.
Friedensaufruf
Das Gipfeltreffen der UNASUR-Staaten zur
Beilegung des Streits um US-Truppen in Kolumbien ist am Freitag mit
einem Aufruf zum Frieden zu Ende gegangen. Nach mehr als
siebenstündigen Beratungen verabschiedeten die Präsidenten der zwölf
südamerikanischen Mitgliedsländer im argentinischen Bariloche ein
entsprechendes Abschlussdokument. Darin wird auch vereinbart, dass
der Verteidigungsrat der noch jungen Staaten-Union die
Militärstrategie der USA in Südamerika analysieren soll.
Das während des Treffens angeregte Treffen des UNASUR mit
US-Präsident Barack Obama war in der Abschlusserklärung nicht
enthalten. Dabei solle es um die geplante Stationierung von 800
amerikanischen Soldaten auf insgesamt sieben bereits bestehenden
Stützpunkten der kolumbianischen Streitkräfte gehen. Obwohl es keine
förmliche Einigung auf das Treffen mit Obama gab, könnte es dazu
dennoch am Rande einer UNO-Sitzung in New York oder im Rahmen der
G-20 kommen, verlautete aus Teilnehmerkreisen.
Die linksgerichteten Präsidenten Venezuelas, Ecuadors und
Boliviens, Hugo Chávez, Rafael Correa und Evo Morales, bekräftigten
ihren Widerstand gegen die Stationierung der US-Truppen. Dies sei
Ausdruck des US-Imperialismus. Kolumbiens konservativer Präsident
Alvaro Uribe begründete das Truppenabkommen mit den USA jedoch mit
der notwendigen Hilfe bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität und
linker Rebellen, die sich zum Teil aus dem Drogenschmuggel
finanzierten. (APA)