RLB NÖ-Wien verdiente weniger

28. August 2009, 16:34
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Konzernüberschuss brach um 62 Prozent auf 90,3 Millionen Euro ein - Risikovorsorge erhöht, Bilanzsumme gestiegen

Wien - Die Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) hat im ersten Halbjahr 2009 deutlich weniger verdient als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Im Konzern sackte der Periodenüberschuss nach Minderheiten um 144,6 Mio. Euro oder 62 Prozent auf 90,3 Mio. Euro von 234,9 Mio. Euro ab. Hauptursache dafür war das deutlich zurückgegangene Ergebnis aus den at equity bilanzierten Unternehmen, geht aus dem aktuellen Halbjahresbericht hervor.

Ab dem Jänner 2008 wurden erstmals die Raiffeisenbank a.s. in Tschechien, die Raiffeisenbank Zrt. in Ungarn und die Tatra Banka a.s. in der Slowakei in den Kreis der at equity bilanzierten Unternehmen aufgenommen. Der Ergebnisbeitrag der at-equity-Unternehmen, in welchem vor allem die Entwicklung des RZB-Konzerns zum Ausdruck komme, reduzierte sich im ersten Halbjahr 2009 um 187,2 Mio. auf 79,8 Mio. Euro, nach zuvor 266,9 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis erreichte 102,2 Mio. Euro nach 270,6 Mio. Euro, jeweils inklusive der miteinbezogenen Ostbanken.

Der Zinsüberschuss war mit 57,3 (62,9) Mio. Euro leicht rückläufig. Die Risikovorsorge wirkte sich mit -21,2 (-14,8) Mio. Euro ergebnismindernd aus. Der Provisionsüberschuss reduzierte sich auf 24,7 (32,6) Mio. Euro, das Handelsergebnis verbessert sich auf 14,0 (-6,7) Mio. Euro. Die Verwaltungsaufwendungen machten praktisch unverändert 80,5 (80,0) Mio. Euro aus.

Verhaltener Ausblick

Die Bilanzsumme stieg auf 30,0 (27,5) Mrd. Euro. Die wirtschaftlich wichtigste Position Forderungen an Kunden stieg um 2,5 Prozent auf 8,7 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote befinde sich mit 8,6 (9,1) Prozent auf dem international geforderten Niveau, so die Bank. Die Eigenmittelquote gesamt lag bei 11,4 (12,0) Prozent. Der Konzern-Return on Equity verminderte sich auf 8,3 (17,1) Prozent. Es wurden 1.238 (1.232) Mitarbeiter beschäftigt und 72 (74) Geschäftsstellen betrieben.

Der Ausblick auf das zweite Halbjahr ist verhalten. "Ausmaß und Dauer der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung können derzeit nicht abgeschätzt werden", heißt es im Zwischenbericht. Den gestiegenen Risikokosten im Kreditgeschäft wurde durch die Anhebung des Budgetwertes um 20 Prozent vorgesorgt. Auch im zweiten Halbjahr wird mit höheren Risikokosten gerechnet. Schwer einschätzbar seien die Bewertungsergebnisse aufgrund der Unsicherheiten auf den Finanzmärkten. Insgesamt geht die RLB NÖ-Wien davon aus, ausreichend vorgesorgt zu haben. Das Bankenhilfspaket wird nicht in Anspruch genommen. (APA)

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