Technologietransfer aus Frankreich macht Rüstungsprojekt möglich
Brasilia - Brasilien will dank Technologietransfer aus
Frankreich in den kommenden Jahren mit dem Bau seiner ersten eigenen
Atom-U-Boote beginnen. Die U-Boote sollten ab 2016 gebaut und 2021 in
Betrieb genommen werden, erklärte der brasilianische
Verteidigungsminister Nelson Jobim am Donnerstag in
Brasilia.
Als Vorbild sollten französische Atom-U-Boote vom Typ Scorpène
dienen. "Brasilien verfügt bereits über die Fähigkeit zum Bau von
Atomreaktoren und zur kompletten Urananreicherung", hob Jobim hervor.
Der Bau eines U-Bootes mit Atomantrieb sei der nächste Schritt.
Bisher produzieren nur die USA, Russland, China, Großbritannien und
Frankreich Atom-U-Boote.
Bei einem Besuch des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy im
Dezember hatte sich die brasilianische Regierung mit ihm auf die
Bestellung von fünf Scorpène-Booten geeinigt. Davon sollen vier von
einem binationalen Unternehmen in Brasilien und nur eines in
Frankreich gebaut werden. Die Vereinbarung mit einem Gesamtvolumen
von 6,7 Milliarden Euro sieht zudem vor, dass beide Länder gemeinsam
ein U-Boot mit Atomantrieb bauen.
Die Brasilianer wollen die Entwicklung des Bootes laut Jobim
selbst in die Hand nehmen, indem sie das Scorpène nachbauen. Der
Vertrag soll am 7. September ratifiziert werden, wenn Sarkozy
Brasilien erneut besucht. Dann soll auch der Kauf und Bau in
Brasilien von 50 französischen Transporthubschraubern abgesegnet
werden.
Die brasilianische Marine muss 3,5 Millionen Quadratmeter
heimische Gewässer verteidigen. An der Küste befinden sich zahlreiche
bereits genutzte sowie noch zu erschließende Ölquellen. (APA)