Häupl verlegt Empfang für Abtreibungsklinik

28. August 2009, 15:38
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Bürgermeister bestreitet inhaltlichen Zusammenhang und verweist auf "Sanierungsarbeiten"

Wien - In der Diskussion um den Jubiläumsempfang anlässlich des 30-jährigen Bestehens des "pro:woman"-Ambulatoriums haben die katholischen Würdenträger  offenbar einen Teilerfolg erzielt. Die Veranstaltung am 3. September wird nun nicht, wie angekündigt, im Stadtsenatsitzungssaal des Wiener Rathauses stattfinden, sondern in einem nahegelegenen Lokal, dem Rathauskeller. "Bürgermeister Häupl begeht einen tiefen Kniefall vor Abtreibungsgegnern und Kirchenvertretern", kritisierte die Grüne nicht amtsführende Stadträtin Monika Vana. Im Häupl-Büro wies man dies zurück.

"Offenbar genügt ein Zuruf eines Kirchenvertreters, und schon geht die SPÖ in die Knie", ärgerte sich Vana in einer Aussendung. Die SPÖ verrate einmal mehr ein Frauenrecht, anstatt den MitarbeiterInnen des Ambulatoriums, in dem auch Abtreibungen vorgenommen werden, einen Dank auszusprechen. "Statt hier klare Position zu beziehen, sollen sie jetzt 'in den Keller' verschwinden".

"Keine inhaltlichen Gründe"

Die Verlegung der Veranstaltung habe keinerlei inhaltlichen Gründe, versicherte man im Büro von Bürgermeister Michael Häupl (S). Am 3. und 4. September seien beide vorgesehenen Veranstaltungen im Stadtsenatssitzungssaal umgeleitet worden. Dort sei die Klimaanlage defekt und müsse neu eingestellt werden. "Wir gehen nicht in die Knie", so der Häupl-Sprecher. Der Antwortbrief auf das Schreiben von Kardinal Schönborn sei bereits unterwegs. (APA/red)

  • Der Feierliche Stadtsenatsitzungssaal bleibt dem Ambulatorium am Fleischmarkt verschlossen. Ihre Veranstaltung wurde in den Rathauskeller verlegt.
    foto: standard/cremer

    Der Feierliche Stadtsenatsitzungssaal bleibt dem Ambulatorium am Fleischmarkt verschlossen. Ihre Veranstaltung wurde in den Rathauskeller verlegt.

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