Burgenland: Fundstücke aus der Awarenzeit verschollen

28. August 2009, 15:28
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Gemeinde Sigleß wartet auf Rückgabe - Landesmuseum Burgenland bestätigt Suche

Eisenstadt - Im vergangenen Dezember ging im Landesmuseum Burgenland die Ausstellung "Die Bernsteinstraße" zu Ende. In der Gemeinde Sigleß wartet man seither auf die Rückgabe von Funden aus der Awarenzeit, die dem Museum als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden. Einige Stücke, die bei der eigentlichen Schau nicht gezeigt wurden, sind verschollen. Sie dürften bei der Zusammenstellung der Ausstellung offenbar in den Beständen des Landesmuseums vermischt worden sein und werden nun gesucht, bestätigte der Direktor des Landesmuseums, Josef Tiefenbach, am Freitag einen Bericht des ORF Burgenland.

"Die Bernsteinstraße" war die Hauptausstellung des Landesmuseums im vergangenen Jahr. Neben den Exponaten aus Sigleß wurde auch moderner Bernsteinschmuck eines Juweliers gezeigt. Dies seien die einzigen Leihgaben gewesen, so Tiefenbach. Alle anderen Ausstellungsstücke kamen aus den Beständen des Museums.

Grabbeigaben

Bei den Fundstücken aus Sigleß handelt es sich um Grabbeigaben aus einem Hügelgrab aus der Awarenzeit. Jene Exponate, die bei der Schau gezeigt wurden, habe man bereits zurückgegeben. Einige Stücke jedoch, die man als nicht für die Ausstellung geeignet erachtet hatte, seien verschwunden. Sie zu finden, sei wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, "nachdem die Ausgräberin auch keine Dokumentation gemacht hat."

"Wir haben wirklich versucht, alles aufzutreiben", so Tiefenbach. Zahlreiche Kisten seien geöffnet worden. Die eher kleinen Objekte könnten auch in ein, zwei Monaten oder im Zuge einer Forschungstätigkeit wieder auftauchen: "Wir hoffen, dass das passiert." Alleine im Bereich Archäologie seien im Landesmuseum über 100.000 Fundstücke gelagert.

Wert der Stücke

Die Angelegenheit sei nun ein Versicherungsfall. Über den Wert der Funde ist man sich scheinbar uneinig: Während Tiefenbach diesen mit rund 2.000 Euro ansetzt, sagte die Grabungsleiterin, Dorothea Talaa, gegenüber dem ORF Burgenland: "Es sind Schmuckgegenstände. Die sind natürlich klein. Der Wert ist insofern hoch, als dass es einzigartige Stücke sind."

Sie habe nicht das Gefühl, dass die Suche besonders intensiv betrieben werde. "Wenn man Gegenstände an ein Landesmusuem verleiht, das ja mit allen Sicherheitsausrüstungen versehen ist, und diese Gegenstände dann verschwinden, fragt man sich, wie das möglich ist und ob man dann überhaupt noch Gegenstände verleihen kann - an wen auch immer", so Talaa. (APA)

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