Gemeindebau nach Leon Askin benannt

28. August 2009, 15:35
8 Postings

1925 erbaute Wohnananlage in der Sechsschimmelgasse trägt nun Namen des 2005 verstorbenen Schauspielers und Regisseurs

Wien - Vom Theater in der Josefstadt über Düsseldorf und Paris bis, von den Nazis vertrieben, in die USA und zurück nach Wien führte die lange Karriere von Leon Askin (1907-2005). Nun wurde der Gemeindebau in der Sechsschimmelgasse 19 in Wien-Alsergrund nach dem Schauspieler und Regisseur benannt.

Geboren als Leo Aschkenasy am 18. September 1907 in Wien war Askin gegenüber der 1925 nach den Plänen des Architekten Josef Bayer errichteten Wohnanlage aufgewachsen. Askin war unter anderem am Theater auch als Regisseur und künstlerischer Leiter des "ABC" - das schärfste antinationalsozialistische Kabarett der Zwischenkriegszeit - tätig. Nach seiner Flucht in die USA etablierte er sich als künstlerischer Leiter und Regisseur des "Washington Civic Theatre". 1940 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger und nannte sich ab 1943 Leon Askin. Fast zeitgleich wurden in Wien seine Eltern Samuel und Malvine Aschkenasy durch das NS-Regime zunächst in das KZ Theresienstadt, dann weiter in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet.

Von Billy Wilder bis "Kottan ermittelt"

Askins Karriere beim Film begann 1952 mit der Darstellung eines sowjetischen Agenten in dem Spionagefilm "Assigment Paris". 1961 spielte er unter der Regie von Billy Wilder in dem Film "One, Two, Three". Insgesamt wirkte Askin in über 50 Filmen mit, als Filmpartner von Hollywoodgrößen wie Elizabeth Taylor, Richard Burton oder Peter Ustinov. Nach 1958 spielte Askin auch in zahlreichen deutschen und österreichischen Filmen sowie Fernsehproduktionen wie "Schinderhannes" (1958), "Pension Schöller" (1959), oder als Mafia-Boss in "Kottan ermittelt" mit. Daneben inszenierte und spielte Askin auch weiterhin am Theater.

Nach Wien kehrte Askin 1994 zurück, wo er in dem Kabarettstück "Kleinkunst einst und jetzt", in Joshua Sobols "Alma. A Show Biz ans Ende" im Rahmen der Wiener Festwochen 1996 und als Tschang in "Das Land des Lächelns" in der Volksoper zu sehen war. Askin verstarb am 3. Juni 2005 im Alter von 97 Jahren in Wien und wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

"Die Benennung der Wiener Gemeindebauten ist ein Zeichen für die tiefe Wertschätzung und eine Ehrung für herausragende Persönlichkeiten, die sich um die Stadt Wien verdient gemacht haben", so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig anlässlich der feierlichen Umbenennung des Gemeindebaus in "Leon-Askin-Hof". (red)

  • Der Gemeindebau in der Sechsschimmelgasse 19 trägt nun den Namen "Leon-Askin-Hof". Der Schauspieler und Regisseur war gegenüber der Wohnbauanlage aufgewachsen.
    foto: pressefoto votova

    Der Gemeindebau in der Sechsschimmelgasse 19 trägt nun den Namen "Leon-Askin-Hof". Der Schauspieler und Regisseur war gegenüber der Wohnbauanlage aufgewachsen.

Share if you care.