Der Fall Buback

28. August 2009, 14:49
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Generalbundesanwalt gemeinsam mit Begleitern erschossen - Verfahren gegen Becker im Jahr 1980 ohne Anklage eingestellt

Hamburg - Der Mord am deutschen Generalbundesanwalt Siegfried Buback am 7. April 1977 erschütterte die Bundesrepublik Deutschland. Auch sein Fahrer Wolfgang Göbel und Justizhauptwachtmeister Georg Wurster wurden bei dem Attentat erschossen. Die Terroristen feuerten in der Innenstadt von Karlsruhe (Baden-Württemberg) von einem Motorrad aus auf Bubacks Dienstwagen. Ein "Kommando Ulrike Meinhof" bekannte sich zu der Tat. Wer damals geschossen hat, ist bis heute unklar.

Drei RAF-Terroristen wurden wegen Beteiligung an dem Mordanschlag zu lebenslanger Haft verurteilt: Knut Folkerts, Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt als Rädelsführerin im Hintergrund. Auch Günter Sonnenberg galt als Mittäter, doch weil er bereits in einem anderen Fall verurteilt war und bei seiner Festnahme im Mai 1977 eine schwere Kopfverletzung erlitten hatte, stellte man das Verfahren gegen ihn ein.

Im Jahr 2007 - 30 Jahre nach dem Mord - beschuldigten frühere RAF-Mitglieder den 1999 auf Bewährung freigelassenen Stefan Wisniewski, die tödlichen Schüsse abgegeben zu haben. Zudem geriet die nun festgenommene Verena Becker ins Visier der Ermittler. Noch Ende 2008 lagen der deutschen Bundesanwaltschaft nach Auswertung zahlreicher Aussagen und Spuren aber keine klaren Beweise für eine Beteiligung von Becker oder Wisniewski vor.

Nach Buback wurden im Jahr 1977 auch der Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto und der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer von der RAF ermordet. (APA)

 

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    Die Leichen von Generalbundesanwalt Siegfried Buback, 57, links, und Fahrer Wolfgang Goebel, 29, rechts, liegen nach dem Attentat am 7. April 1977 auf dem Pflaster in Karlsruhe.

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