Von der Schwierigkeit, Experten nach Österreich zu holen

28. August 2009, 14:53
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Geschäftsführer des Wiener Forschungsinstituts FAS.research fordert "forscherfreundliche Beschäftigungsgesetzgebung"

Alpbach - "Eine forscherfreundliche Beschäftigungsgesetzgebung" ist eine der wichtigsten Bedingungen, um Österreichs Forschung und Entwicklung (F&E) in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfolgreich zu positionieren. Dies ist das Hauptergebnis einer Analyse, die Harald Katzmair, Geschäftsführer des Wiener Forschungsinstituts FAS.research, bei der Sonderveranstaltung "Positionierung Österreichs im internationalen Wissensraum" am Freitag im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche vorstellte.

Laut Katzmair sollten vor allem Gastprofessuren aktiv betrieben werden, damit die "Brain Circulation" mit einem Zyklus aus internationalen Einladungen und Gegeneinladungen von Forschern richtig in Gang komme. Einmal eingeladene Forscher würden später in ihrer Heimat wiederum als Botschafter für Österreich wirken. "Es geht nicht darum, Leute hierher zu holen und dann zu halten, sondern ein lebendes, atmendes System zu schaffen", so der Netzwerk-Experte. Ausländer seien wichtig für die Forschung, aber die bürokratischen Hürden würden etwa für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das FAS ein großes Problem darstellen, Experten nach Österreich zu holen.

Planungssicherheit

Neben forschungsfreundlichen Rahmenbedingungen, ausreichenden Ressourcen und Förderungsmöglichkeiten sei auch Planungssicherheit bei Förderungen für internationale Kooperationen laut Analyse einer der wichtigsten Hebel, an der die Politik aktiv ansetzen könne: "Internationalisierungsstrategien brauchen einen langen Atem", so Katzmair.

Laut einer Stellungnahme von Klaus Schuch vom Zentrum für Soziale Innovation (ZIS) fehlt in Österreich eine umfassende Internationalisierungsstrategie. Es sei zwar ein breiter, aber unterfinanzierter Mix an entsprechenden Förderprogrammen vorhanden. Für die Zukunft sei es für die heimische Forschungspolitik unter anderem wichtig, durch Internationalisierung entstandene Transaktionskosten abzufedern und den zu dünnen Programm-Mix auszubauen. (APA)

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