Atkins-Diät kann Bildung von Arteriosklerose fördern

29. August 2009, 18:43
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Verzicht auf Kohlenhydrate führte bei Mäusen zu Ablagerungen in den Blutgefäßen

Washington - Eine Kost, die zugunsten von Proteinen auf Kohlenhydrate verzichtet, mag zum Abnehmen förderlich sein. Aber eine solche Ernährung, zu der auch die Atkins-Diät zählt, fördert die Bildung von Arteriosklerose drastisch und steigert damit die Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall - zumindest bei Mäusen. Bedenklich ist demnach vor allem, dass Blutfettwerte und andere Hinweise auf Gefäßerkrankungen unauffällig bleiben und die Ablagerungen daher unbemerkt bleiben.

Die Forscher der Universität Harvard fütterten Mäuse entweder mit normalem Futter, mit westlicher Kost oder aber mit einer Diät, die wenig Kohlenhydrate und dafür umso mehr Proteine enthielt. Tatsächlich nahmen die Tiere mit dieser Diät im Lauf von zwölf Wochen deutlich weniger zu als jene Mäuse, die nach westlichem Muster gefüttert wurden. Aber dafür entwickelten diese Tiere wesentlich mehr Ablagerungen in den Blutgefäßen, und zudem bildeten sie bei Bedarf weniger schnell neue Blutgefäße.

Weitere Untersuchungen

Überraschenderweise deuteten klassische Faktoren nicht auf diese Arteriosklerose hin. Die Werte von Blutfett, Glukose, Insulin oder Entzündungsmarkern waren unauffällig. Weitere Untersuchungen zeigten aber, dass Knochenmark und Blut dieser Tiere schon nach zwei Wochen um 40 Prozent weniger endotheliale Vorläuferzellen (EPC) enthielten. Diese im Knochenmark gebildeten Zellen reparieren vermutlich Verletzungen an den Gefäßwänden und regen auch das Gefäßwachstum an.

Es sei zwar unklar, ob man die an Mäusen gemachten Beobachtungen auf den Menschen übertragen könne, schreiben die Forscher in der Zeitschrift "PNAS". Dennoch sei bei kohlenhydratarmen Diäten Vorsicht geboten. (APA/AP)

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    In verschiedenen Getreidesorten (so auch Weizen) ist ein hoher Anteil an Kohlenhydraten zu finden.

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