Folsäure nur wohldosiert einnehmen

31. August 2009, 09:43
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Mit größeren Mengen des Stoffes ist der Körper überfordert

Washington - Bei Schwangeren kann die Einnahme von Folsäure das ungeborene Leben vor Neuralrohrdefekten wie dem offenen Rücken schützen. Deshalb werden in manchen Ländern Lebensmittel mit dem Vitamin B9 angereichert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen die Einnahme von 400 Mikrogramm und Schwangeren 600 Mikrogramm pro Tag. Mit größeren Mengen des Stoffes ist der Körper heillos überfordert, wie eine Studie zeigt.

Der Hintergrund: Die synthetische Folsäure wird erst in der Leber vom Enzym DHFR zu Dihydrofolsäure und diese wiederum zu der - für den Körper wichtigen - Tetrahydrofolsäure hydriert. Pharmakologen der Universität von South Alabama in Mobile entdeckten nun, dass dieses Enzym beim Menschen den Grundstoff nur äußerst träge verarbeitet, 56 Mal langsamer als bei der Ratte. Zudem ist die individuelle Spannbreite der DHFR-Aktivität beim Menschen wesentlich größer als bei den Nagetieren.

Daraus schließen die Forscher im Fachblatt "PNAS", dass die Anreicherung von Folsäure zwar bei Frauen im gebärfähigen Alter durchaus sinnvoll ist, um Neuralrohrdefekte des Nachwuchses zu verhindern, besonders große Mengen des Stoffes aber keinen zusätzlichen Nutzen bieten. Erst kürzlich hatten Studien darauf hingedeutet, dass hoch dosierte Folsäure das Risiko etwa für Darm- oder Prostatakrebs erhöhen kann. (APA/AP/red)

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