Staatspräsident sieht keinen Grund für Entschuldigung bei Budapest

28. August 2009, 13:18
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Staatssekretäre der Außenminister treffen sich zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen

Budapest/Bratislava - Der Streit zwischen der Slowakei und Ungarn um die verhinderte private Visite des ungarischen Staatspräsidenten Laszlo Solyom im Nachbarland geht weiter. Am Freitag lehnte der slowakische Staatspräsident Ivan Gasparovic es ab, sich bei Solyom zu entschuldigen. Gasparovic' Sprecher Marek Trubac sagte, der Präsident "sieht keinen Grund, weshalb die slowakische Seite sich entschuldigen sollte." Man habe "alle üblichen diplomatischen Wege versucht, damit Solyom den Besuch selbst absage", beschrieb Trubac die slowakische Position.

Zwei Tage vorher hatte Solyoms Sprecher Ferenc Kumin im ungarischen Fernsehen gesagt, der verhinderte Besuch bedeute für den ungarischen Staatschef "eine Beleidigung, für die er eine Genugtuung bekommen muss."

Treffen

Am Donnerstag hatte sich die slowakische Staatssekretärin des Außenministeriums, Olga Algayerova, mit ihrem ungarischen Amtskollegen Jozsef Czukor in Bratislava getroffen, um die aktuelle Entwicklung der bilateralen Beziehungen zu besprechen, wie die slowakische Nachrichtenagentur TASR berichtete. Beide bekannten sich demnach zur Fortführung des operationellen Programms "Ungarn - Slowakische Republik", welches die europäische territoriale Zusammenarbeit fördert.

Die Außenminister Miroslav Lajcak (Slowakei) und Peter Balazs (Ungarn) werden sich am Sonntag in der slowenischen Stadt Bled treffen, um über die Verbesserung der ungarisch-slowakischen Beziehungen zu reden, wie der slowakische Ministeriumssprecher Peter Stano TASR am Donnerstag mitteilte. "Die Slowakei bemüht sich natürlich um ein frühest mögliches Treffen zwischen den Premierministern der Länder, da wir dies als entscheidenden und wichtigen Schritt sehen, die Situation zu stabilisieren und zu verbessern", so Stano.

Am 21. August wollte Solyom im slowakischen Komarno ein Reiterstandbild des ungarischen Königs Stephan einweihen, der vor mehr als 1000 Jahren den ersten ungarischen Staat gegründet hat. Bratislava erklärte Solyom für "unerwünscht", weil der Termin auf den Jahrestag der Warschauer-Pakt-Invasion 1968 fiel, an der auch Ungarn beteiligt war. Es sei eine "Provokation", dass Solyom an diesem Tag in der Slowakei eine "ungarische Staatlichkeit" feiern wolle, hatte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico gesagt. Solyom hatte die Reise daraufhin an der Landesgrenze abgebrochen. (APA/TASR)

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