Kein Opel-Treffen am Freitag

28. August 2009, 13:00
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Im Opel-Poker setzt die deutsche Regierung auf Kooperation statt Konfrontation mit dem US-Konzern General Motors

Berlin - Der neu besetzte Verwaltungsrat des Detroiter Autoriesen brauche mehr Zeit und Informationen, um über die Zukunft von Opel zu entscheiden. "Deshalb rate ich zur Ruhe", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem "Handelsblatt". Entgegen der Erwartungen kommt es heute Freitag in Berlin zu keinem weiteren Opel-Treffen von Spitzenvertretern der Bundesregierung und General Motors.

Auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zeigte Verständnis für die Amerikaner. "Die Verhandlungstaktik von GM mag für den einen oder anderen immer wieder überraschend sein, hinters Licht geführt wurden wir nicht", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Ein weiteres Opel-Spitzentreffen von Bund und Ländern mit General Motors (GM) ist vorerst nicht geplant. Die deutsche Seite stehe aber in ständigem Kontakt mit dem GM-Management, hieß es aus Regierungskreisen.

Kurzfristig sei kein Durchbruch zu erwarten. Nächster wichtiger Termin sei die GM-Verwaltungsratssitzung am 8./9. September. Die zuständigen Staatssekretäre von Bund und Ländern stimmen sich aber regelmäßig telefonisch mit GM-Vize John Smith ab.

In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, dass Smith am Freitag erneut nach Berlin kommt. Der GM-Verhandlungsführer hatte in dieser Woche auch Gespräche mit den Opel-Bietern Magna und RHJI geführt.

Zügiges Ergebnis angestrebt

Nach Einschätzung der Kanzlerin gibt es noch die Chance für eine Lösung noch vor der Wahl am 27. September. Unabhängig vom Wahltag werde ein möglichst zügiges Ergebnis angestrebt. "Doch GM muss auch sehen, dass jede Verzögerung Opel und seinen Arbeitnehmern schadet", sagte Merkel. GM könne "nicht jeden Tag alle Türen wieder aufstoßen und damit den Prozess weiter verzögern".

Als unrealistisch beurteilte Merkel die Option, dass GM Opel nicht mehr verkaufen will. Sie könne nicht für GM sprechen. "Aber die amerikanische Regierung macht bisher deutlich, dass sie kein Steuergeld für die Sanierung von GM-Teilen außerhalb der USA ausgeben will und die Investorenlösung weiter im Mittelpunkt steht."

Der GM-Verwaltungsrat hatte zuletzt aber das Management beauftragt, einen Finanzierungsplan von rund 3 Mrd. Euro für den Verbleib von Opel/Vauxhall im Konzern zu erarbeiten. Behält GM Opel, müssten die Amerikaner den staatlichen Überbrückungskredit von 1,5 Mrd. Euro zurückzahlen. (APA)

 

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