Vettel braucht die Big Points

28. August 2009, 12:31
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Räikkönen hat es punkto Aufholjagd in der WM dem Deutschen vorgezeigt - Freitag-sparprogramm soll Motor-Malheur vergessen machen

Spa-Francorchamps - Kimi Räikkönen hat's vorgezeigt: Bei seiner erhofften Aufholjagd im WM-Rennen kann sich Sebastian Vettel den Finnen zum Vorbild nehmen. Vor zwei Jahren hatte dieser im Ferrari sogar 26 Punkte Rückstand wettgemacht und durfte sich nach einem spektakulären Saisonfinale als Formel-1-Champion feiern lassen. Allerdings bleiben Vettel nur noch sechs Rennen, um das zu schaffen, was Räikkönen in zehn gelang. "Solange es rechnerisch noch die Möglichkeit gibt, werden wir nicht aufgeben", kündigte der Red-Bull-Pilot vor dem Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps am Sonntag (14.00/live ORF 1 und Sky) an.

Doch die Zahlen sprechen vor dem 12. von 17 WM-Läufen nicht für den Deutschen. "Wir hatten schon zu viele Rennen dieses Jahr, wo es einfach nicht zusammengepasst und wo immer wieder irgendwas am Bein gehangen hat", erklärte Vettel. Fünfmal schied der 22-Jährige mit seinem Boliden vorzeitig aus, zuletzt sowohl in Budapest als auch in Valencia. "Von elf Rennen fünf Mal das Ziel nicht zu sehen, ist nicht ideal", betont der Hesse, dessen Rückstand auf Spitzenreiter Jenson Button auf 25 Zähler angewachsen ist.

Und im Gegensatz zu Vettel verfolgte den Briten in seinem Brawn-Mercedes noch keine Pechsträhne. Elf Mal am Start, elf Mal im Ziel - und jeweils mindestens zwei Punkte; zudem mehr als die Hälfte aller bisherigen Saisonläufe gewonnen. Buttons Bilanz bis dato kann sich sehen lassen, auch wenn er seit nunmehr vier Grand Prix auf einen Podiumsplatz wartet. "Die letzten Rennen waren ziemlich hart für mich", gab der WM-Spitzenreiter zu. Umso mehr freut er sich auf eine seiner Lieblingsstrecken.

"Spa ist ein Streckenklassiker, Fahrer, Ingenieure und Fans lieben den Kurs. Wir hoffen also, dort eine gute Show bieten zu können", fügte Teamchef und Mitbesitzer Ross Brawn hinzu, dessen zweites Ass, Rubens Barrichello, seinen Sieg im Hafen von Valencia nun in Spa bestätigen will. Der Vorsprung des WM-Zweiten aus Brasilien beträgt auf Vettel sieben Punkte, der von Red-Bull-Teamkollege Mark Webber auf den Heppenheimer 4,5.

Aufgeben kommt Vettel dennoch nicht in den Sinn, obwohl er nur noch zwei Motoren für die restlichen Rennen zur Verfügung hat und für den Fall von deren Verschleiß eine Rückversetzung in der Startaufstellung um zehn Plätze droht. Räikkönen hatte 2007 auch nicht aufgesteckt, obwohl der Kampf gegen Lewis Hamilton so gut wie aussichtslos schien. Nach dem Großen Preis der USA hatte der Finne 32 Punkte, Hamilton 58. Sechs Rennen vor Schluss lag er immer noch 20 Punkte zurück. Doch am Ende wurde Räikkönen Weltmeister - mit einem Zähler mehr als Hamilton.

Sebastian Vettel will nach dem Motor-Malheur mit einem Freitags-Sparprogramm zum Erfolg kommen. In den Trainingseinheiten zwei Tage vor den jeweiligen Rennen soll er weniger fahren, um die Triebwerke seines Red-Bull-Boliden zu schonen. "Das ist sicherlich kein Vorteil. Vielleicht ist es aber besser, ein bisschen frei zu haben und einen Kaffee zu trinken, als zehn Plätze weiter hinten zu starten", sagte Vettel am Donnerstag in Spa. Drei Tage vor dem Großen Preis von Belgien sagte der Deutsche unmissverständlich: "Wir müssen Rennen gewinnen und die Big Points machen." (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Sebastian Vettel hat nicht die besten Voraussetzungen bis zum Ende der Saison.

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