Ahmadinejad will Oppositionsführer vor Gericht stellen

28. August 2009, 14:57

Präsidenten-Anhänger verlangen Hinrichtung

Teheran - Im Iran soll jetzt die Justiz gegen die Oppositionsführer vorgehen. Nach den wochenlangen Protesten gegen seine Wiederwahl rief Präsident Mahmoud Ahmadinejad die Staatsanwaltschaft dazu auf, gegen die Oppositionsführer zu ermitteln. Vor dem Freitagsgebet sagte Ahmadinejad vor tausenden Menschen in Teheran: "Ich fordere die Justiz auf, gegen die Führer und die, die die jüngsten Unruhen nach der Wahl geleitet haben, strafrechtlich vorzugehen." Auch für sie gebe es keine Immunität. Ahmadinejads Anhänger riefen: "Die Rädelsführer müssen hingerichtet werden."

Gegenüber den irregeleiten Demonstranten sollte islamische Milde gezeigt werden, nicht aber gegenüber den Hauptverantwortlichen für die Unruhen, sagte Ahmadinejad in seiner vom Radio übertragenen Rede. Er hatte bereits in der Vorwoche gefordert, einige "Mächtige und Reiche" vor Gericht zu stellen.

Als Oppositionsführer gelten die beiden bei der Präsidentenwahl Anfang Juni unterlegenen Kandidaten Mir-Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi sowie die Ex-Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani und Mohammad Khatami. Bei den gewaltsamen Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl Ahmadinejads waren nach offiziellen Angaben 20 Menschen ums Leben gekommen. Die Opposition spricht von 69 Toten. Derzeit müssen sich in einem von der Opposition als "Schauprozess" bezeichneten Verfahren mehr als 100 Oppositionelle verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, das islamische System stürzen zu wollen.

Hochrangige Vertreter des Regimes, darunter der ultrakonservative Geistliche Ahmad Khatami und der Politbüro-Chef der Revolutionsgarden, Yadollah Javani, hatten bereits die Festnahme der Oppositionsführer verlangt. "Was waren die Rollen Khatamis, Moussavis und Karroubis bei diesem Umsturz? Wenn sie die Anstifter waren...müssen sie verhaftet, verurteilt und bestraft werden", schrieb Javani in der Wochenzeitschrift "Sobhe Sadegh".

Keine Beweise für Steuerung von außen

Ahmadinejad und seine Getreuen haben die Opposition mehrfach beschuldigt, vom Westen gesteuert zu sein, was diese vehement zurückweist. Selbst der Oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, der Ahmadinejad unterstützt, hatte am Mittwoch erklärt, Beweise dafür gebe es bisher nicht. Khamenei hatte allerdings hinzugefügt, die Unruhen nach den Präsidentschaftswahlen seien von den "Feinden des Iran" geplant worden, mit oder ohne Wissen der Anführer der Proteste.

Ahmadinejads harte Haltung steht jedenfalls im Widerspruch zu den jüngst gemäßigteren Aussagen Khameneis und ließ damit erneut Spekulationen über einen Machtkampf aufkommen. Berichten zufolge hatte Ahmadinejad seinen Geheimdienstminister Gholam Hossein Mohseni Ejei Ende Juli entlassen, weil jener keine Steuerung der Proteste durch das Ausland erkennen wollte. Kurze Zeit später machte der von Khamenei ernannte Justizchef Sadeq Larijani den geschassten Ejei jedoch zum Generalstaatsanwalt.

Die Opposition hat beklagt, dass bei den Unruhen festgenommene Demonstranten, im Gefängnis unter anderem sexuell missbraucht worden seien. Ahmadinejad sprach seinem Freitagsgebet von einer "Inszenierung des Feindes". Es gebe Beweise dafür, dass "unsere Justiz- und Sicherheitskräfte in keiner Weise" daran beteiligt gewesen seien, behauptete Ahmadinejad.

Der iranische Präsident warf dem Westen - allen voran Großbritannien - eine "Verschwörung vor", die aber gescheitert sei. "Die Feinde Irans erhielten erneut einen Schlag ins Gesicht". Ahmadinejad erklärte: "Ich rate dem Westen sich weiter zu ärgern und an seinem Ärger zu ersticken". Iran werde künftig eine noch härter Linie gegenüber dem Westen verfolgen. (APA/AP)

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1 2
-_-
00
29.8.2009, 13:06
der Iran ist und bleibt eine Diktatur

da können die Leute noch so oft wählen wie sie wollen

für die Politik Ahmadinejads gibt es nur eine Bezeichnung: Staatsterrorismus

Ehemaliger ösi
00
29.8.2009, 11:30
Halte das nur für Drohungen und Einschüchterungsversuche.

Das Regime weiss genau, dass bei Prozessen gegen die Oppositionsführer die ohnehin schon prekäre Situation auf äusserste zugespitzt werden würde.
Das können sie sich auf keinen Fall leisten, aber die Rute kann man dennoch mal ins Fenster stellen.
Eigentlich ein Zeichen von Hilflosigkeit.

Karl-Heinz Rumgenippe
02
29.8.2009, 12:58

Glaube nicht, daß dies nur leere Drohungen sind. Vor 2 Monaten hätte auch keiner gedacht, daß es überhaupt Anklagen wegen der Demonstrationen geben würde. Von Rafsanschani war auch schon zu hören, daß er die Opposition nicht mehr unterstützt. Wenn selbst der jetzt einen Kurswechsel vollzieht wird er wohl gewichtige Gründe dafür haben.

Eddi der Große
00
29.8.2009, 09:29

Rafsandschani ist schon letzte Woche eingeknickt. Der gehört damit nicht mehr zu den Oppositionsführern. Ahmadinedschad ist außerdem nicht der einzige iranische Spitzenpolitiker, der ein Gerichtsverfahren gegen die Anführer der Proteste verlangt. Der Vorsitzende des mächtigen Wächterrates hat dies auch schon getan.

yomellamo
01
29.8.2009, 09:19
Anti-imperialisten dürfen alles...

flash7
02
28.8.2009, 21:17
women in Iran - a nice video showing their braveness

http://www.youtube.com/watch?v=fCLgoOVg294

Yudhistira
01
28.8.2009, 21:14
Die Wahlen dienten scheinbar nur dazu

diejenigen auszuforschen, die den Machthabern kritisch gegenüberstehen. Alle, die das Regime nicht gewählt haben, müssen mit schlimmsten Konsequenzen rechnen.

Ob dieser Islam wirklich die richtige Interpretation des Korans ist?

Viper001
02
28.8.2009, 20:55
schaut so aus,


als ob dem Ahmadinejad und seiner Mördergang jetzt doch langsam etwas heiss wird...deswegen die Angstbeisserei..

mag wohl sein,, dass er und seine Truppe sich jetzt schon ausmalen können, was mit ihnen eines baldigen Tages passiert könnte, wenn die IranerInnen bald "Schluss mit lustig" sagen, und dieses grusige Regime verjagen..

kann wohl sein, dass dann Herr Ahmadinejad und seine Gang zum Galgen müssen..

und kein Mensch auf dieser Welt, ausser ein paar Vorvorgestrigen, wird ihnen eine Träne nachweinen..

Eddi der Große
02
29.8.2009, 09:30

Derzeit siehts aber eher danach aus als werden bald Mussavi, Karroubi und Khatami den Gang zum Galgen antreten.

waterlily
00
31.8.2009, 22:04

Schrecklich!
Danke für den Link!

Provinzlerin1
02
29.8.2009, 10:19
Die grüne Welle rollt

Die Stimmung in großen Teilen der Bevölkerung des Iran ist eindeutig. Den Iranern ist zu wünschen, dass der Todeskampf dieses Terrorregimes nicht mehr zu endlos lange dauert und der Übergang zur säkularen Demokratie nicht blutig verläuft.

libera
03
28.8.2009, 20:47

hoffentlich steht der kerl selber demnächst vor seinem richter

flash7
00
28.8.2009, 20:34
be patient .....this can not be stopped anymore....viva freedom of speech...

http://www.youtube.com/watch?v=U0T94_RUBYM

xx Hour1
121
28.8.2009, 19:23

Durch Verantwortungslose und meiner ansich Nach Verrücktes Verhalten Von Hr mussavi und Hr Karoubi ist iram in verghagenen Juni in Tiefsten krise seit 30 jahrwn gestürzt.

Es ist recht daß die herren die unruhen initiert haben auch dafür gerade stehen.

waterlily
00
31.8.2009, 22:07

Stimmt: Ahmadinejad, Khamenei und wenn er noch leben würde, Khomeinei, und Konsorten sollten dafür gerade stehen, denn sie haben das Land in den letzten 32 Jahren in eine arge Repression geführt, sie haben ein totalitäres, patriarchalisches, mittelalterliches System etabliert, die Rechte der Frauen mit Füssen getreten und gehen gewalttätig gegen jeden vor, der es wagt, ihre Macht auch nur anzuzweifeln.

The Real Max
02
29.8.2009, 08:28

Faschosack!

Andreas Hofer
00
28.8.2009, 18:55
Opposition vor Gericht?

Das waere ein Fehler und schon alleine diese Forderung zeigt, dass der nicht mit vollen Karten spielen kann: hier muessten naemlich die Kleriker, alle, oeffentlich Stellung nehmen und diese sind gespalten. Es wuerde, meiner Meinung nach, die Gesellschaft vollkommen entzweien und, mit der bis heute gezeigten brutalen Gewalt, kann das ins Auge gehen und zwar fuer alle.

NONE
06
28.8.2009, 15:39

"Gegenüber den irregeleiten Demonstranten sollte islamische Milde gezeigt werden,"

Nachdem sie zuvor von Dächern beschossen wurden oder in hit-and-run Taktiken in LKWs und PKWs weggezerrt worden sind, um dann diese "islamische Milde" im Gefängnis auszukosten.

Fundamentalisten darf man nie in eine Regierung lassen - die wird man nur schwer los.

Makronaut
00
28.8.2009, 17:57

und das gilt nicht nur für islamisten...

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
03
28.8.2009, 14:45

Ich fordere die Justiz auf, gegen die Führer und die, die die jüngsten Unruhen nach der Wahl geleitet haben, strafrechtlich vorzugehen." Auch für sie gebe es keine Immunität. Ahmadinejads Anhänger riefen: "Die Rädelsführer müssen hingerichtet werden."

ich muss mich korregieren,es kann durch aus sein das die hingerichtet werden,da ja der neue Justitzminister mit Ahmadinejads Tochter verheiratet ist,der hat die wichtigsten posten in Land so verteilt das er ohne grosse mühe alle gegner beseitigen kann,es hat auch was gute,den so sieht die welt immer mehr,mit was für leuten die Iranische bevölkerung TAGTÄGLICH auskommen muss,Scharlatane,Vergewaltiger,Mörder die per Interpol gesucht werden,Betrüger,und die alle sitzen in Iranischen Parlemant.

farsad kambiz
00
28.8.2009, 18:48
"neue Justitzminister mit Ahmadinejads Tochter verheiratet ist"

woher haben sie das???????
selbst ausgedacht?

Andreas Hofer
00
28.8.2009, 18:58

stimmt aber.

NONE
00
28.8.2009, 15:41

*Korrektur, aber "korrigieren"

Und diese Familienbande sind ein Phänomen das man in anderen Ländern (Ägypten, Saudi-Arabien, Libyen) auch sieht. Altklassische Korruption in einer Diktatur.

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
00
28.8.2009, 15:51

das stimmt aber die Islamische Revolution sollte genau dafür sorgen das so was nicht vor kommt.
1.Selbstbereicherung.
2.sich als von gott berufen ausgeben(Khamnei).über den Koran und Gott stellen.
3.keine Diktatur die es angeblich unter den früheren Machthabern in Iran gab,heute ist es viel Schlimmer und Blutiger.
was in Ägypten und Saudie Arabien seit mehr als 80 Jahren besteht,ist nicht das selbe wie im Iran,die menschen im Iran haben die Revolution unterstützt damit es besser wird,in den anderen länder gibt es seit Hunderete von jahren keine Revolutionen mehr.
in Saudie Arabien ist sowieso alles heftiger als im Iran.

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