Salzburg erwartet Kapfenberg

28. August 2009, 10:46
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"Müssen drei Punkte machen, wenn wir vorne mitspielen wollen" - Pokrivac erstmals im Kader - Erinnerungen an 5:2-Sieg des KSV im Vorjahr - Gregoritsch: "Haben fußballerisch dazugewonnen"

Salzburg - Der Traum von Barcelona, Madrid und Manchester ist ausgeträumt. Der Bundesliga-Alltag heißt für Red Bull Salzburg am Samstag (19.30 Uhr/live Sky Sport Austria) Kapfenberg. Österreichs Fußball-Meister will sich im eigenen Stadion gegen den Vorletzten für das blamable Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen Maccabi Haifa rehabilitieren. "Wir haben etwas gutzumachen", gestand Salzburg-Trainer Huub Stevens.

Sein Team hatte sich in Haifa alles andere als für die Champions League würdig präsentiert. Doch selbst in der Liga dürfte eine Steigerung vonnöten sein. "Wir müssen gegen Kapfenberg drei Punkte machen, wenn wir in der Bundesliga vorne mitspielen wollen", betonte Stevens. Der Niederländer schickte aber noch eine höfliche Floskel hinterher: "Leichte Gegner gibt es im Fußball nicht. Daher werden wir auch Kapfenberg voll respektieren."

Hoch zu Ross zu sitzen, dürfen sich die Bullen derzeit ohnehin nicht leisten. In zwölf Pflichtspielen unter Stevens erhielt das Starensemble nur ein einziges Mal keinen Gegentreffer. In der Bundesliga reichte es bisher dennoch zu zwei Heimsiegen in ebenso vielen Spielen - 2:1 gegen die Austria und 3:2 gegen den LASK. Kapfenberg sieht Stevens als Chance: "Es ist das Schöne am Fußball, dass man sich schnell rehabilitieren kann."

Helfen soll dabei eine neue Nummer 10. Der Kroate Nikola Pokrivac, der Anfang der Woche aus Monaco geholt worden war, soll die bisher fehlende Kreativität in die Offensivabteilung bringen. Der 23-jährige zentrale Mittelfeldspieler dürfte gegen Kapfenberg sein Debüt geben - wenn schon nicht von Beginn an, dann zumindest als Wechselspieler. "Ich bin froh, dass wir so einen vielseitigen Linksfuß in unseren Reihen haben", erklärte Stevens.

Personalsorgen plagen den Bullen-Coach dafür in der Defensive. Dort ist neben Abwehrchef Ibrahim Sekagya (Zehe) auch Franz Schiemer mehr als fraglich. Der ÖFB-Teamspieler hatte in Haifa (0:3) bei einer harten Attacke in der Anfangsphase, die Stevens retrospektiv noch einmal als "elfmeterverdächtig" bezeichnete, eine Schienbeinverletzung erlitten. Neben den Langzeit-Verletzten Aufhauser, Pitak, Boussaidi und Ngwat-Mahop fehlt auch Junior Stefan Ilsanker mit einer Muskelverletzung.

Stevens rechtfertigte Ilsankers Einsatz in Haifa, auch wenn er weiterhin keine einzige Bundesliga-Minute in seinen Beinen hat. "Er hat sich seine Chance nach guten Leistungen bei den Juniors verdient", meinte der 55-Jährige. Gleiches gilt für Djordje Rakic, der mit fünf Toren die Schützenliste der Ersten Liga anführt. Zumindest solange bis ein weiterer Stürmer verpflichtet wird, dürfte der 23-jährige Serbe beim A-Team bleiben.

Kapfenberg? Da war doch was. Im Vorjahr hatten die Obersteirer dem Meister als eines von nur zwei Teams zu Hause Punkte abgenommen - mit einem furiosen 5:2-Sieg am 22. November. Die zweite Heimniederlage, ein unbedeutendes 1:4 in der letzten Runde, hatte Salzburg gegen Absteiger Altach kassiert. "Das war ein wichtiges Spiel für uns. Wir haben damals gesehen, dass wir überall bestehen können", erinnerte Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch.

Ein Erfolgserlebnis hätte der KSV auch neun Monate später bitter nötig. Lediglich drei Punkte wurden aus fünf Spielen geholt. "Dabei haben wir fußballerisch im Vergleich zum Vorjahr dazugewonnen. Im Moment zahlen wir einfach Lehrgeld", meinte Gregoritsch. Die Spieler seien ob der Ergebnisse zwar verunsichert, er selbst aber nicht. "Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ist in Ordnung. Wir müssen einfach unsere Chancen nutzen."

Viele werden sich in Salzburg nicht bieten, nutzen sollen sie die Stürmer Marek Heinz und Srdjan Pavlov. Gregoritsch vertraut dem Team, das gegen Mattersburg zu Hause 0:1 verloren hatte. "Sie haben sich noch eine Chance verdient." Vorerst nicht dabei ist Neuzugang Gerald Gansterer, der behutsam ins Team integriert werden soll. Zudem fehlt der einflussreiche Offensivspieler Markus Felfernig weiterhin nach einer Oberschenkelverletzung. (APA)

Red Bull Salzburg - Kapfenberger SV (Red Bull Arena, 19.30 Uhr, SR Lechner). Saisonergebnisse 2008/09: 1:1 (auswärts), 7:3 (heim), 2:5 (h), 2:0 (a).

Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Dudic, Opdam, Ulmer - Leitgeb, Augustinussen - Tchoyi, Zickler, Svento - Janko

Ersatz: Arzberger - Sekagya/Schiemer, Ilic, Pokrivac, Vladavic, Jezek, Rakic, Nelisse

Es fehlen: Ilsanker (Muskelverletzung), Aufhauser, Pitak, Ngwat-Mahop, Boussaidi (alle verletzt)

Fraglich: Sekagya (Zehenverletzung), Schiemer (Schienbeinverletzung)

Kapfenberg: Wolf - Osoinik, Schönberger, Fukal, Majstorovic - Kozelsky, Siegl, Hüttenbrenner, Schellander - Heinz, Pavlov

Ersatz: Eisl - Sonko Pa, Alar, Krenn, Sencar, Schmid, Scharrer

Es fehlen: Rauscher (gesperrt), Felfernig (Oberschenkelverletzung), Erkinger, Pitter (beide verletzt), Gansterer (noch nicht im Kader)

Fraglich: Wieger (erkrankt)

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