Israelis mit Obama unzufrieden

28. August 2009, 09:54
4 Postings

Nur vier Prozent halten die Obamas Politik für pro-israelisch - Hälfte der Befragten gegen Siedlungsstopp

Jerusalem - Die Popularität von US-Präsident Barack Obama in Israel hat einen neuen Tiefststand erreicht: Nur noch vier Prozent der Israelis halten die Politik Obamas für pro-israelisch. 51 Prozent finden, dass die derzeitige US-Regierung die Palästinenser stärker favorisiert. Das geht aus einer am Freitag von der Zeitung "Jerusalem Post" veröffentlichten repräsentativen Umfrage hervor. Zu Zeiten von Obamas Vorgänger George W. Bush hatten noch 88 Prozent der Befragten die US-Politik als pro-israelisch eingeschätzt.

Ein Grund für die sinkenden Popularitätswerte Obamas in Israel ist der seit Monaten anhaltende Streit über den Ausbau von jüdischen Siedlungen im besetzten palästinensischen Westjordanland und in dem von den Israelis ohne völkerrechtliche Wirksamkeit annektierten arabischen Ostteil Jerusalems. Danach spricht sich genau die Hälfte der Israelis gegen das von den USA und der internationalen Staatengemeinschaft geforderte Einfrieren von Bauaktivitäten in den Siedlungen aus. 41 Prozent unterstützen dagegen einen nur zeitlich befristeten Baustopp. Wie in Israeli generell üblich, wurden 500 Personen befragt. Die Fehlerquote liegt bei plus/minus 4,5 Prozentpunkten.

Voraussetzung für Friedensprozess

Die US-Regierung sieht in einem Stopp des Siedlungsbaus und -ausbaus eine entscheidende Voraussetzung für die Wiederbelebung des Friedensprozesses im Nahen Osten. Im Juli war der israelische Botschafter in Washington deswegen ins US-Außenministerium zitiert worden. Obama hatte in seiner Rede vor dem türkischen Parlament einen vollständigen Siedlungsstopp und die Gründung eines palästinensischen Staates gefordert, der mit Israel Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben könne. Israels Premier Benjamin Netanyahu hatte dies in seinem Knesset-Wahlkampf als unbrauchbare Lösung abgelehnt. (APA)

Share if you care.