Asylwerber müssen weiter auf Arbeit warten

28. August 2009 15:30

Kräuter: "Nicht mehr vom Arbeitsprozess ausschließen" - Sozialminister Hundstorfer dagegen - ÖVP: "Problematisch" - Unterstützung kam von Grünen und Wirtschaftskammer

Asylwerbern bleibt wohl weiter nur ein sehr restriktiver Zugang zum Arbeitsmarkt. Zwar wollte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter die Regelungen für Flüchtlinge lockern, jedoch erteilte ihm sowohl die ÖVP als auch mit Sozialminister Hundstorfer ein gewichtiger Parteifreund eine Abfuhr. Zustimmung erfuhr Kräuter hingegen von der steirischen und der Wiener SPÖ.

Recht auf Arbeit und Bildung

Kräuter hatte argumentiert, dass zum Recht auf Asyl auch das "Menschenrecht" auf Arbeit und Bildung gehöre. "Deshalb sollen Asylwerber nicht mehr vom Arbeitsprozess ausgeschlossen werden." Dies gelte auch für den Zugang zu Bildungseinrichtungen.

Sozialminister Hundstorfer erteilte dem Vorstoß bezüglich Öffnung des Arbeitsmarktes eine glatte Absage: "An eine Änderung wird derzeit nicht gedacht". In der Wirtschaftskrise sei dies "kein vorrangiges Thema", betonte der Arbeitsminister und bezeichnete Kräuters Aussagen als "Diskussionsbeitrag".

ÖVP: "Mehr als kontraproduktiv"

Die ÖVP hat ohnehin auch keine Freude damit, Asylwerbern rascheres Arbeiten zu ermöglichen. In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit einen generellen Zugang für Asylwerber zum Arbeitsmarkt zu verlangen, sei "mehr als kontraproduktiv", meinte Generalsekretär Kaltenegger.

BZÖ: "Sozialdemokratischer Wahnsinn"

Auch die Rechtsparteien machten aus ihrer Ablehnung kein Hehl. "Das ist schlichtweg als sozialdemokratischer Wahnsinn zu bezeichnen", tönte BZÖ-Generalsekretär Petzner, und FPÖ-Chef Strache stellte sich "entschieden gegen die absurden Pläne der SPÖ".

Grüne, Caritas und WKO äußern sich positiv

Es gibt freilich auch Befürworter des Kräuter-Vorstoßes. Grünen-Migrationssprecherin Korun verwies darauf, dass viele Asylwerber über gute Qualifikationen verfügten, die am österreichischen Arbeitsmarkt - etwa in der Krankenpflege - gebraucht würden. Caritas und Volkshilfe äußerten sich in die selbe Richtung.

Die Caritas wünscht sich laut einer Aussendung der Kathpress eine Regelung, wonach Asylwerber nach einem Jahr Aufenthalt arbeiten dürfen. Der "Missstand", dass Asylwerber in Österreich oft "jahrelang zur Untätigkeit verurteilt sind und nicht für sich selbst sorgen können", müsse "dringend" geändert werden, meinte Generalsekretär Stefan Wallner.

Die Wirtschaftskammer kann sich eine auf ein Jahr befristete Beschäftigungsbewilligung nach spätestens sechs Monaten Aufenthalt vorstellen, die Industriellenvereinigung verwies darauf, dass die Erwerbstätigkeit ein wichtiger Integrationsfaktor sei und der Staat sich zudem hohe Grundversorgungskosten sparen würde. Auch der steirische Landeshauptmann Voves und Wiens Integrationsstadträtin befürworteten Kräuters Vorschlag. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 365
1 2 3 4 5 6 7 8
Mirstetta Toni
11.11.2009 21:39
Asylwerber müssen weiter auf Arbeit warten

nicht nur asylwerber!

Träume sind Schäume
28.08.2009 19:37
Eine Frage

Wer sind eigentlich die SPÖ Wähler?

Die klassische Arbeiterschaft wählt FPÖ, nach diesen Verlautbarungen sicher umso mehr.

Viele Immigeranten sollen SPÖ wählen.
Allerdings sind diese meist WEIT konservativer in Familien und Gesellschaftsfragen als die Parteilinie.
Ein übergreifendes konservatives Bündnis müsste her, da würden viele Sozis Augen machen.

Die Pensionisten wählen zu großen Teilen SPÖ.
Allerdings wenn des System UNVERMEIDBAR kracht, werden sie die Partei verfluchen und lieber jene wählen sie ihnen geringere, dafür sichere Pensionen garantieren können.

Das klassische gebildete "antibürgerliche" Bildungsbürgertum oder Bobos wie man sie heuzutage nennt, schwimmt gerne im grünen Wohlfühl-Biotop.
Sehr illoyale Idealisten.

mitrovic dejan
28.08.2009 18:30
WAU,VOVES GEGEN KRÄUTER

Das ist brutalitet pur.Ich habe schon popcorn bestelt um dabei zum sein.Shlage vor wehn Erwin auftaucht als president kandidat solte Voves wenigstes als kanzler kandidat in betracht sein.

Wesentliches (Un)Wesen
28.08.2009 17:32

Reden wir in diesem Zusammenhang über politischen Antikorruptionsdruck auf Länder die dies nötig haben, anstatt die Korruption zu fördern und von ihr zu profitieren.

Reden wir darüber, dass "unsere" Firmen und deren Tätigkeiten im Ausland mindestens so streng kontrolliert und dokumentiert werden wie unsere Bioeier.

Reden wir über eine Erhöhung der Entwicklungshilfe. Eine Entwicklungshilfe, nennen wir sie Wiedergutmachung der Unterdrückung und Ausbeutung (u.a. durch Bestechung) die nicht nur den Interessen der Wirtschaftsspeerspitzen Europas dient, sondern auf Eigenständigkeit, Demokratisierung und Selbstverwaltung abzielt, ohne die Kultur eines Landes zu vernichten (ja großgoschat ; ).

Im Osten haben wir eh unsere selbstlosen Banken.

mitrovic dejan
28.08.2009 18:45
Ein neter vorschlag

Machen wier so .Asylanten bekomen hier arbeit und Österreicher in deren heimat bekomen arbeit,als Uno oder Eu beschützer trupe.Beide zufriden.Asylanten hier mises job mit mises bezhalung und dort Darabos bescheftigungs trupe mit bis zu 3000 euro neto.Beide zufriden Wirtschaftskamer und patrioten.Hate in Kosovo ,Bosnien und Tschad funkzioniert.Das ganze kan dan mit Eu oder Uno buget finanziert so sind alle hepy.Zwei fligen mit einem handschlag.

Sabine Werner
28.08.2009 16:49

Gute Idee den Arbeitsmarkt am besten gleich komplett öffnen, nicht nur für Asylbewerber sondern auch noch für die gesamte EU ohne irgendeine Einschränkung! Wollen ja schließlich die zig 1000 offenen Positionen endlich besetzt werden, nachdem die Wirtschaft schon lange genug mit den Händen ringt, um endlich die vielen freien Stellen besetzen zu können;

Igor Gassner
28.08.2009 16:43
Diese Leute nicht zu beschäftigen heißt nur

die Kriminalität zu vermehren ich seh da die Position der ÖVP FPÖ BZÖ nicht ein.

van.der.stiege
28.08.2009 18:20
aha...

.. aber eigentlich gibts ja gar keinen zusammenhang zwischen asylsuchenden und steigender kriminalität.

zumindest offiziell :-))

Truhe
 
28.08.2009 18:14

Das hat ganz perfide Hintergründe - Kriminalität hilft FPÖ, BZÖ und ÖVP - darum haben sie zum Beispiel die Polizei demontiert um jetzt mit ihren Law and Order - Parolen hausieren zu gehen. Beschäftigte, integrierte friedliche und zufriedene Migranten sind das eigentliche Feindbild der rechten Seilschaft, weil es sie des billigen Sündenbocks berauben würde. Könnten sie nicht hysterisch gegen irgendjemanden Geifern, müssten sie konkrete Politik machen, wozu sie nicht fähig sind.

Alfred Kitzler
28.08.2009 16:37
Unterstützung von der Wirtschaftskammer

Da schrillen die Alarmglocken!

pascale
28.08.2009 18:09
Angebot und Nachfrage

bestimmen den Preis (Stundenlohn). Nur bei Treibstoff ist es anders, da ging der Umsatz zurück und der Preis stieg trotzdem.

God_of_the_Wind
28.08.2009 20:00

zum glück gibts aber in österreich sowas wie mindestlöhne ;)

pascale
29.08.2009 08:16
Ja so ein Papier gibt es,

wonach jeder Vollzeitbeschäftigte mindest 1000 Euro brutto verdienen SOLL...

fauler student1
28.08.2009 17:12

hab ich mir auch gleich gedacht lol

martha meier
28.08.2009 16:29

wieso wird nicht (wie eh schon andere hier gefordert) haben, nicht einfach von der politik dafür gesorgt, dass die verfahren in max. 6 monaten rechtskräftig (in allen instanzen!) entschieden sind??
kein wunder dass die leute zur fpö laufen, scheinbar wollen die anderen parteien das so.

dann würde man sich alle diese probleme und fragestellungen ersparen, sowie dem asylwerber sinnlose wartezeit, und dem steuerzahler enorm viel an kosten.

hanslblasta
30.08.2009 20:20

da muss die Politik bloss einige tausend Beamte mehr einstellen, die die Arbeit dann in zumutbarer Zeit erledigen konnen

Johannes Mayerhofer1
28.08.2009 16:18
ich empfinde es als eine schande

dass die ÖVP wiedereinmal ihre restriktive asyl-agenda spüren lässt und den vorschlag zur öffnung des arbeitsmarktes für asylwerber ablehnt anstatt die ewigen asyl-diskurs mal positiv in eine andere richtung zu lenken.vom rechten eck ist die reaktion ja keine überraschende. im wesentlichen geht es, wenn um asylwerber gesprochen wird nur um den missbrauch und das ist das traurige am österreichischen asyl-diskurs. man hat sich so auf den asyl-missbrauch fixiert(im schlimmsten fall instrumentalisiert man ihn sogar für billigen wählerfang) und vergisst dabei mal daran zu denken asylwerbern die hand zu reichen und sie in die gesellschaft aufzunehmen.

Quantensprung
28.08.2009 17:07

Hundstorfer - ÖVP? Hundstorfer lehnt den Plan ab, Kräuter von der ÖVP findet ihn in Zeiten wie diesen nur kontraproduktiv.

Quantensprung
28.08.2009 18:53

meinte natürlich Kaltenegger von der ÖVP

Leser für die Leserin
28.08.2009 15:56
Dann würde ja überhaupt kein Türke mehr Arbeit haben

Jambala Magdalena
28.08.2009 15:43

Anerkannte Asylwerber dürfen , ja sie sollen doch sogar arbeiten, damit sie nicht länger von der Sozialhilfe leben müssen.
Aber Asylverfahren gehören innerhalb von 6 Monaten rechtskräftig abgeschlossen, daran sollten die Asylwerber selbst ein Interesse haben, dann braucht auch nicht über Bleiberecht usw. gestritten werden. Ausserdem hat Österreich sowiso kaum mehr Asylfälle zu bearbeiten, weil wir ja von Schengenstaaten umgeben sind.

Träume sind Schäume
28.08.2009 20:16
Dass müssen sie dem grünen Haus sagen

Denn jeder hat das Menschenrecht auf hundert Anträge.

Lord Schaumloeffel
28.08.2009 15:41
es braucht einfach nur ein schnelles, effizientes und genaues asylverfahren.

wenn das nur max. drei monate dauert inkl. eines abschließenden, rechtskräftigen bescheids, wäre alles roger: positiver bescheid = arbeitserlaubnis, negativer bescheid ist gleich leben sie wohl und alles gute.

soistes2009
28.08.2009 15:46
noch einmal

die dauereiner prüfung ist sicher mitbestimmend. aber noch eimal: der antrag auf asyl ist im Land zu stellen wo die EU betreten wurde!!!!!!!!! und das ist sicher nicht österreich

jijjj
28.08.2009 17:40

wie sind Sie ins Land gekommen? Noch ein wenig holprig ihr deutsch, aber Sie sind schon am besten Wege ein waschechter Österreicher zu werden.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 365
1 2 3 4 5 6 7 8

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.