Erste Familienzusammenführung seit zwei Jahren

28. August 2009, 13:00
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Treffen von 200 Familien sollen kommenden Monat stattfinden

Seoul - Nord- und Südkorea haben erstmals seit fast zwei Jahren wieder Zusammenführungen von seit dem Koreakrieg (1950-53) getrennten Familien vereinbart. Die Familientreffen sollen bereits in rund vier Wochen stattfinden, wie beide Seiten am Freitag bekanntgaben. Der Vereinbarung in einer nordkoreanischen Ferienanlage im Diamantengebirge gingen dreitägige Verhandlungen voraus. Über einen Zeitraum von sechs Tagen sollen sich ab dem 26. September demnach insgesamt 200 Familien sehen können.

Nach dem ersten Nord-Süd-Gipfeltreffen im Jahr 2000 gab es bis Ende 2007 regelmäßig Familienzusammenführungen unter Leitung des Roten Kreuzes. Dabei konnten mehr als 16.000 Koreaner Angehörige kurzzeitig wieder treffen. Mit dem Amtsantritt des neuen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak im Februar vergangenen Jahres legte Nordkorea die Treffen wegen wachsender Spannungen auf Eis.

Durch den Koreakrieg wurden Millionen Familien getrennt. Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag auf der geteilten Halbinsel. Im Juni 1950 hatten nordkoreanische Truppen die nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegte Demarkationslinie zwischen sowjetisch und amerikanisch kontrollierter Zone entlang des 38. Breitengrades überschritten. Der Weltsicherheitsrat beschloss damals auf Initiative der USA, Südkorea mit UNO-Truppen zu Hilfe zu kommen.

Die Sowjetunion boykottierte die Sitzung; somit war kein Vertreter Moskaus zugegen, um ein Veto einzulegen. Die USA stellten das weitaus größte Truppenkontingent der UNO-Streitmacht. China unterstützte Nordkorea mit einer großen "Freiwilligen"-Armee. Der verheerende Krieg wurde durch einen Waffenstillstand beendet; dieser wurde von einem US-General im Namen der Vereinten Nationen unterzeichnet.

Spannungen

Durch den Start einer Rakete mit größerer Reichweite in Nordkorea Anfang April hatten sich die Spannungen in der Region zugespitzt. Pjöngjang wies daraufhin alle Atominspektoren der Vereinten Nationen aus und zog sich aus den Sechs-Länder-Gesprächen mit den USA, Südkorea, China, Russland und Japan über atomare Abrüstung zurück.

Südkorea will die Frage nach dem Verbleib von südkoreanischen Staatsbürgern, die seit dem Koreakrieg als vermisst gelten und im Norden vermutet werden, in ein Abkommen aufnehmen. Nach südkoreanische Schätzungen leben noch 500 Südkoreaner im Norden, die mutmaßlich dorthin verschleppt wurden. Nordkorea hatte bisher bestritten, dass der Staat Südkoreaner gegen deren Willen festhält. (APA/AP)

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