Erstmals Selbstmordanschlag auf Mitglied der Königsfamilie

28. August 2009, 13:43

Gesuchter Extremist sprengte sich bei Empfang in die Luft - Prinz Mohammed bin Najef leicht verletzt

Riad - In der Villa des Vize-Innenminister von Saudi-Arabien, Prinz Mohammed bin Nayef, hat sich in der Nacht zum Freitag ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Der Prinz wurde an einer Hand leicht verletzt. Der Attentäter sei tot, sagte Prinz Mohammed. Der Vize-Innenminister leitet in dem islamischen Königreich seit einigen Jahren mit relativ großem Erfolg den Kampf gegen die Al-Kaida-Terrorzellen, deren Anschläge sich seit 2003 vor allem gegen Ausländer und die Sicherheitskräfte richten.

Der König besuchte Prinz Mohammed nach dem Sprengstoffanschlag im Krankenhaus. Das Gespräch zwischen den beiden Männern wurde im Fernsehen ausgestrahlt. Prinz Mohammed sagte, der Attentäter sei ein Terrorverdächtiger gewesen, der zuvor den Willen bekundet haben soll, dem Terror abzuschwören. Er betrat das Haus des Prinzen in der Hafenstadt Jeddah gemeinsam mit anderen Besuchern, die gekommen waren, um Prinz Mohammed anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan zu gratulieren.

Vorwurf des Königs

König Abdullah warf dem Prinzen vor, er sei unvorsichtig gewesen. Die Besucher hätten am Eingang alle gründlich durchsucht werden müssen. Nach Angaben arabischer Medien wurde der Sprengsatz, der am Körper des Mannes befestigt war, möglicherweise per Handy von einem Komplizen gezündet.

Während des Fastenmonats Ramadan sind Angehörige des saudischen Königshauses dazu verpflichtet, Besucher zu empfangen. Der Anschlag habe die Regierung in ihrem Kampf gegen die Extremisten bestärkt, sagte der Prinz. Prinz Mohammeds Vater, Innenminister Prinz Nayef, ist ein Halbbruder von König Abdullah.

Mohammed ist für die Terrorbekämpfung des mit den USA verbündeten Königreichs verantwortlich. Auf seinen Vorschlag hin war in Saudi-Arabien vor drei Jahren ein Zentrum für die Wiedereingliederung von straffällig gewordenen Islamisten und befreite saudi-arabische Insassen des US-Gefangenenlagers Guantanamo gegründet worden. Die Einrichtung ist eine zentrale Säule des Landes im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida.

In den meisten Fällen war die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erfolgreich. Einige Häftlinge schlossen sich jedoch später wieder den Terrorzellen an, die der Ideologie von Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden anhängen.

Wie das auf die Überwachung von radikalislamischen Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE mitteilte, übernahmen die Taliban die Verantwortung für den Anschlag auf den Prinzen. Es war der erste Angriff auf ein Mitglied der Königsfamilie seit 2003.  (Reuters/APA)

Raptor Jesus
01
30.8.2009, 03:24
Saudi-Arabien?

Ist das nicht, diese lustige Land, wo man als Opfer einer Vergewaltigung nochmal durch die Justiz vergewaltigt wird?

Käsebrötchen
 
11
28.8.2009, 18:55

sind es nicht die saudis , die den terrorismus weltweit unterschützen .
"What goes around comes around"

Redwraithvienna
00
sie unterstützden den wahabismus, welcher wiederum eine der grundlage

für den islamischen Terrorismus darstellt.

Also ja in gewisser weise haben sie recht.

tramtatam
31
28.8.2009, 16:57
König, Prinz...

eine Nomenklatur und Überbleibsel der Vergangenheit, die die Welt nicht braucht -
gilt für alle Monarchien!

Ph Gudenus
00
29.8.2009, 11:37
Prinz,

Mit diesem Einwurf Vaterland gerettet?

Herr Republikanski ALLE Achtung!

NONE
01
28.8.2009, 15:46

Kampf einer Diktatur gegen Extremismus.

Skurril...

pez derflotte
13
28.8.2009, 17:06

den dieselbe diktatur aufgebaut hat und immer noch fördert (im ungläubigen bzw. ungehorsamen ausland, versteht sich).

Noch skurriler...

Redwraithvienna
00
tja die geister die sie riefen werden sie halt nicht mehr los ...

Die Frage (die unbeantwortet bleiben wird) ist halt was passiert wäre wenn die Saudis nach der Besetzung der Moschee in Mekka 1979 nicht dem Wahabismus einen gewichtigeren Platz eingeräumt hätten sondern diesen immer mehr macht genommen hätten.

Sprich gäbe es das Saudische Königreichnoch oder wäre das eine zweite islamische Republik geworden.

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