Safin wartet zum Auftakt auf Melzer

27. August 2009, 22:24
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"Natürlich ein schwieriges Los" - Safins letztes Major-Match?

New York City - Abgesehen von Sybille Bammer hat es Fortuna oder genauer gesagt das Computer-Programm zur automatischen Auslosung der mit insgesamt 21,664 Mio. Dollar dotierten Tennis-US-Open am Donnerstag mit den Österreichern nicht gut gemeint. Vor allem Jürgen Melzer, der erstmals seit einiger Zeit in einem Major nicht gesetzt ist, bekommt es bereits in Runde 1 mit dem unberechenbaren Marat Safin zu tun. Der frühere Weltranglisten-Erste aus Russland bestreitet bei dem am Montag beginnenden Grand Slam in Flushing Meadows sein letztes Major-Turnier.

"Das ist natürlich ein schwieriges Los. Bei dem weiß man nie, was man erwarten soll. Er kann sehr gut spielen, dann auch wieder richtig schlecht. Aber bei seinem letzten Grand Slam seiner Karriere wird er sich noch einmal richtig reinhängen", war Melzers erster Kommentar. Melzers Bonus: Er führt im Head-to-Head mit dem US-Open-Sieger 2000 mit 3:1.

Die alles andere als gute Auslosung bescherte dem 28-jährigen Niederösterreicher, der noch am Donnerstag (Ortszeit) im New-Haven-Viertelfinale gegen Fernando Verdasco (ESP) im Einsatz war, im Falle eines Sieges einen noch schwierigeren Gegner: Der als Nummer sechs gesetzte Argentinier Juan Martin Del Potro wird als einer der Turnierfavoriten gehandelt und zum Auftakt gegen seinen Landsmann Juan Monaco wohl wenig Mühe haben.

Wäre das Viertelfinale in New Haven berücksichtigt worden, hätte es wohl wieder für eine Setzung in New York gereicht, doch Melzer wollte damit nicht hadern. "Man kann es nicht ändern, ich werde schauen, dass ich nächstes Jahr wieder gesetzt bin."

Daniel Köllerer bekommt es zum Auftakt mit einem anderen Spieler als ursprünglich vorgesehen zu tun. Der als Nummer 25 gesetzte gewesene US-Amerikaner Mardy Fish sagte sein Antreten wegen einer Rippenverletzung ab, der 27-Jährige war im Vorjahr Viertelfinalist. Zuletzt war Fish aber nicht in Topform gewesen. Nun bekommt es Köllerer jedenfalls mit dem "Lucky Loser" Rui Machado zu tun, der Portugiese war in der Qualifikation als Nummer sieben gesetzt.

Sybille Bammer, die auch einzige Gesetzte des ÖTV ist, kann mit ihrer Auslosung zufrieden sein. Die Nummer 28 des Turniers trifft zum Auftakt auf die Spanierin Maria Jose Martinez Sanchez, in Runde zwei bekäme sie es mit einer Qualifikantin oder der Deutschen Andrea Petkovic zu tun, ehe es in Runde drei wohl zum Duell mit der als Nummer zwei gesetzten Titelverteidigerin Serena Williams käme. Und da hätte sie wohl den kleinen Bonus, dass die Oberösterreicherin gegen Serena in bisher zwei Duellen zwei Mal erfolgreich war. Zuletzt vor kurzem im Achtelfinale von Cincinnati.

Bammer ist mit ihrem Lebensgefährten Christoph Gschwendtner und Tochter Tina am Donnerstag in New York eingetroffen. Österreichs Nummer 1 der Damen hat hier ja im Vorjahr mit dem Einzug ins Viertelfinale ihren bisher größten Erfolg gefeiert und daher auch dementsprechend viele WTA-Punkte zu verteidigen. "Seitdem wir hier herüben sind, hat die Sybille schon 320 Punkte gemacht. Das war nicht so schlecht", meinte Gschwendter, der die gesamte US-Tour mit Bammer mitreist. Er glaubt, dass sie gut mit diesem Druck wird umgehen können.

"Cincinnati war ein sehr gutes Turnier, weil sie drei Top-20-Spielerinnen hintereinander geschlagen hat. Dann hat sie gegen Jankovic auch nicht so schlecht gespielt", sagte Gschwendtner.

Als Vierte im ÖTV-Quartett in den Einzelbewerben trifft Patricia Mayr auf die als Nummer zwölf gesetzte Polin Agnieszka Radwanska.

Die beiden Titelverteidiger, Roger Federer und Serena Williams, die am Donnerstag in der erstmals live im US-Fernsehen (ESPN) präsentierten "Auslosungs-Show" im "TheTimesCenter" im Zentrum von Manhattan anwesend waren, erhielten jeweils Wildcard-Spieler aus den USA zum Auftakt zu Gegnern. Federer trifft auf den unbekannten Devin Britton (Nummer 1.364 im ATP-Ranking), Williams auf Alexa Glatch.

Federer könnte - auf der Jagd nach seinem sechsten US-Open-Titel in Folge (!) - diesmal frühestens im Finale auf seinen spanischen Erzrivalen Rafael Nadal treffen, müsste allerdings zuvor im programmierten Halbfinale seinen starken Wimbledon-Finalgegner Andy Roddick bezwingen. Ist Nadal topfit, was noch etwas zu bezweifeln ist, trifft der als Nummer drei gesetzte Spanier im Halbfinale auf den erstmals in einem Major als Nummer 2 gereihten Andy Murray (GBR). Auch eine Wiederholung des Wimbledon-Damen-Finales der beiden Williams-Geschwister gäbe es bereits im Halbfinale, da Serena und Venus beide in der unteren Tableauhälfte aufscheinen. (APA)

 

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    Marat Safin wird sich in New York vom Grand Slam-Zirkus verabschieden.

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