Populismus oder Pleite

27. August 2009, 19:00
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Wenn das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe steht, dann sind plötzlich auch die Unberührbaren nicht mehr sakrosankt

Wenn das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe steht, dann sind plötzlich auch die Unberührbaren nicht mehr sakrosankt. Einzelne Bundesländer sind so gut wie pleite - vor allem Kärnten, eine Hinterlassenschaft des größten Landeshauptmanns aller Zeiten; aber auch Salzburg, wo Landeshauptfrau Burgstaller plötzlich doch Sparpotenzial in der Landesverwaltung entdeckt. Beide Länder wollen Nulllohnrunden für die Landesbeamten. Auch im Bund, der ein gigantisches Budgetdefizit teuer finanzieren muss, verkündet Finanzminister Pröll eine matte Bezugserhöhung für Beamte. Die Beamtengewerkschafter verstehen die Welt nicht mehr.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied wiederum droht den Lehrern mit "Arbeit im Sommer" (verpflichtende Fortbildung in der unterrichtsfreien Zeit). Zorniges Lachen aus der Lehrergewerkschaft.

Nun muss das alles wirklich umgesetzt werden. Diese Regierung des geringsten Widerstandes bzw. die populistischen Landeschefs von Kärnten und Salzburg müssten sich erstmals mit den wahren Privilegierten dieses Landes anlegen. Wenn es so kommt, dann nur, weil die öffentliche Hand im Grunde pleite ist. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 28.8.2009)

 

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