Ortstafeln

BZÖ und ÖVP wollen Kärntner Minderheit zählen

27. August 2009, 18:20

Zählung der slowenischsprachigen Volksgruppe soll Bewegung in die Ortstafelfrage bringen - Das könnte in die falsche Richtung gehen, fürchten Gegner

Klagenfurt - Ob Kanzler Werner Faymann Kärnten in der Ortstafelfrage tatsächlich ins Boot holen kann, ist höchst fraglich. Das BZÖ blockiert auch weiterhin und verlangt eine Minderheitenfeststellung. So etwas hatte es schon unter Bruno Kreisky gegeben, der in den Siebzigerjahren mit Landeshauptmann Hans Sima (beide SPÖ)205 Ortstafeln aufstellen ließ - woraufhin 1972 der "Ortstafelsturm" deutschnationaler Agitatoren losbrach. Die folgende Verordnung, die der Verfassungsgerichtshof 2001 gekippt hat, hätte 92 zusätzliche Ortstafeln vorgesehen, die aber ebenfalls bis heute nicht vollständig aufgestellt sind.

Die Forderung nach einer Minderheitenfeststellung hatten Politiker von FPÖund BZÖimmer wieder erhoben. Dass sie keine tauglichen Ergebnisse bringen kann, hat die von Kreisky auf den 14. November 1976 angesetzte "Volkszählung besonderer Art" gezeigt. Damals boykottierten Volksgruppenangehörige im zweisprachigen Gebiet die Zählung, während vor allem im städtischen Bereich linke Gruppen dazu aufriefen, sich als slowenischsprachig auszugeben. So bekannten sich in Südkärnten nur 2535 Personen als Slowenen, in Wien aber dreimal so viele.

Auf die harte Minderheitenfeststellungs-Linie des BZÖ schwenkt jetzt auch die Kärntner ÖVP ein. VP-Chef Josef Martinz meint aber, es müsse in den betroffenen zweisprachigen Gemeinden Verhandlungen vor Ort geben. "Wir müssen mit den Menschen reden und sie überzeugen, dann wird sich auch das BZÖ bewegen. Auch Haider hat sich bewegt" , merkt er an und erinnert an den Schüssel-Haider-Kompromiss, der auf einem Papier der Kärntner Konsensgruppe unter der Führung des Historikers Stefan Karner basierte und 141 Ortsschilder vorsah. Der damalige SP-Kanzler Alfred Gusenbauer ließ die Regelung 2006 im letzten Moment platzen.

In die SP-Kärnten ist in der Ortstafelfrage Bewegung gekommen. Man kann sich vorstellen, den Schüssel-Haider-Kompromiss zu unterstützen, wie SP-Klubobmann Herwig Seiser im Gespräch mit dem Standard festhält. Es sei aber unabdingbar, dass die Kärntner ÖVP mitziehe. In der Kärntner SPÖ, die jahrelang gegen weitere zweisprachige Ortstafeln aufgetreten ist, herrscht auffallend Ruhe. Nicht einmal die roten Bürgermeister in den betroffenen Gemeinden haben bisher aufgemuckt.

Dagegen hat Faymanns Besuch in Slowenien dort Enttäuschung hervorgerufen - es gehe um eine rechtliche, nicht eine politische Frage, sagte Innenministerin Katarina Kresal. (Elisabeth Steiner/Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 28.8.2009)

 

Kommentar posten
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-Nathan-
 
00
31.8.2009, 15:13
die kärntner VP steht weeeeeeeeeit rechts.

und die kSP ist owieso ein zerstrittener & unfähiger Haufen.

Gilgamesh
00
31.8.2009, 08:51

Die Gesetzesbrecher des BZÖs sollen lieber ihren IQ zählen, das geht schneller, da maximal zweistellig....

Wie wäre es mit einem Verbotsverfahren gegen das BZÖ, denn es ist offenbar Demokratiefeindlich....

haudi
21
29.8.2009, 15:02
Rattenschwanz :D

Bleiburg bekommt eine zweisprachige Ortstafel - Okay.

Da Völkermarkt die Bezirkshauptstadt ist, und die Bleiburger auf dem Weg zur BH auch dorthinfinden muss die Ortstafel von Völkermarkt auch zweisprachig werden.

Da Klagenfurt die Landeshauptstadt von Kärnten ist, und die Bleiburger auch manchmal nach Klagenfurt zur Landesregierung müssen, muss auch Klagenfurt zweisprachig beschildert werden, damit sich niemand verfährt.

Da Wien die Bundeshauptstadt für die Bleiburger ist, und manche Bleiburger auch dann und wann mal nach Wien fahren müssen, muss daher auch Wien zwingend zweisprachig betafelt werden.

:D :D

Na, liebe Wiener. War eh nur ein Scherz.

savasana
10
14.10.2009, 00:28

Wieso Scherz und was spräche dagegen? Andre Länder haben sehr flächendeckend zwei- oder mehrsprachige Ortstafeln, also wo is das Problem eigentlich? und ich glaub kaum, dass es einen Wiener kratzt, ob die Ortstafel zweisprachig ist, über solche Probleme denken auch nur ein paar unterbegabte Kärntner nach.

Pierre d´Aubusson
00

Gem. BGBl 263/2006, §6 sind im Falle der Aufstellung 2-sprachiger Ortstafeln alle Aufschriften an öffentlichen Gebäuden, Wegweiser, Hinweisschilder etc 2-sprachig auszuführen.

Ich erwarte mir daher, daß in Wiener Neudorf auf der A2 bei der Abzweigung der A23 Belac und Celovec zu lesen sein wird.
Sinngemäß sind alle Fremdenverkehrs-Werbeplakate und Speisekarten in den betreffenden Gemeinden (sind ja auch öffentlich!) 2-sprachig auszuführen.

(Bei den Wegweisern gibt o.g. BGBl jedoch nicht an, daß die deutsche und die slowenische Ausführung der Wegweiser in die selbe Richtung zeigen müssen)

monkeyclub lö
11
29.8.2009, 00:54
http://www.youtube.com/watch?v=xm36t3FFQ0A

all the nations like banana!!!!!

H. Kienhammer
00
30.8.2009, 09:40
Lustiges Filmchen!

Kurze Inhaltsangabe:
Eine Affenhorde aus dem Tiergarten Schönbrunn und Ihr Wärter machen einen Ausflug nach Kärnten.
Da die Affen dort aber nichts als Unfug treiben, werden sie von zwei bodenständigen Kärntnerinnen wieder nach Wien zurückgeschickt.

Urbin
03
28.8.2009, 16:09
Schlawiner und ÖVP-Chef Martinz

Sie sind ein großer Feigling vor dem Herrn. Deswegen und aus Eigennutz beugen Sie sich der BZÖ-Forderung nach einer Minderheitenfeststellung. Ihre Forderung "Wir müssen mit den Menschen reden und sie überzeugen" ist nur Geschwafel. Wir - Sie vielleicht nicht - wissen, mit welchem minderheitenfeindlichen Getöse in Kärnten eine Minderheitenfeststellung ablaufen würde. Nach einer solchen gäbe es mit Sicherheit keine gemeinsame Gesprächsbasis mehr. Höchstens noch zwischen BZÖ und ÖVP. Aber die haben Sie ja jetzt schon. Sparen Sie uns Ihr Pseudoverständigungsgeschwafel und die sinnlosen Kosten für eine Minderheitenfeststellung! Ortstafeln und Gespräche jetzt sind sinnvoller und billiger.

the photographer
02
29.8.2009, 12:05
ÖVP und SPÖ

...haben aus ihren Fehlern, die sie in KÄRNTEN gemacht haben, NICHTS GELERNT!
Die einen (SPÖ) haben Ehemalige in die Partei integriert. Aus Nationalsozialisten wurden Sozialisten (heute Sozialdemokraten).
Die anderen (ÖVP) wollten dieser "HALTUNG" nicht nachstehen. Am Ulrichsberg gab es alljährlich ein Gerangel, wer die Festrede halten dürfe.
Die Rechnung für alle Versäumnisse folgte:
J. H. mit FPÖ ließ beide Parteien ausrinnen. Die ÖVP schrumpfte letztendlich auf knappe 10% und feierte zuletzt erreichte knappe 16% als großen Wahlsieg, ließ sich machtgeil vom BZÖ zur Brust nehmen, letztlich tödlich umarmen.
MARTINZ und Konsorten: Spielt nicht mit dem Feuer, ihr werdet verbrennen!
HALTUNGSLOSIGKEIT RÄCHT SICH OFT SPÄT, ABER IMMER!

Kontrahent1
35
28.8.2009, 15:02
Warum nicht Volksbefragung

in den betroffenen Ortschaften.- Gibts genug Stimmen dafür (15 oder 20 Prozent) stellt man zweisprachig auf. Andernfalls eben nicht. Daß die Frage in Wien entschieden würde, ist abartig !

savasana
00
14.10.2009, 00:31

Weil über Minderheitenrechte nicht von der Mehrheit abzustimmen ist. Aus der Natur der Sache würde das Ergebnis meist gegen die Minderheit gehen. Und warum Volksbefragung, wenn der Staatsvertrag seit 1955 umzusetzen gewesen wäre?

galiontariaho
00
24.9.2009, 13:21
warum ist es absurd...

eine sachfrage die über bundesgesetze geregelt wird, in wien zu entscheiden?

wäre es nicht eigentlich absurd lokale bevölkerung im lokalen rahmen über bundesangelegenheiten abstimmen zu lassen?

Pierre d´Aubusson
11
31.8.2009, 08:50
Ansätze zur Graswurzel-Entscheidung:

Die Homepage ist
nur deutsch:
www.eberndorf.at
www.ebenthal.co.at
www.ferlach.at
www.bleiburg.at
www.globasnitz.at (Ortsname 2-spachig, sonst nix)
www.neuhaus.at
www.st-jakob-ros.at (St. Jakob im Rosental)
www.sittersdorf.at

deutsch-slowenisch:
Ludmannsdorf www.ludmannsdorf.at
Zell-Pfarre: www.zell-sele.at
Eisenkappel: www.bad-eisenkappel.info
Feistritz ob Bleiburg: www.feistritz-bleiburg.at

Ich glaube, "die da oben" sollten über "die da unten" nicht einfach drüberfahren.
Eine Gemeinderats-Entscheidung, eine 2-sprachige Ortstafel haben zu wollen, ist zwar rechtlich irrelevant, politisch aber nicht zu übersehen.
Nur auf Wien oder auf Klagenfurt zu warten geht nicht.
Selbes gilt für die umgekehrte Entscheidung.

pater hirni
10
30.8.2009, 11:29
die frage wird deshalb in wien entschieden,

weil der gemeine kärntner (orange-utnig) nicht zählen kann.

Dr.Shirota
23
28.8.2009, 18:58

ist es nicht,
denn wenn eine mehrheit über eine minderheit entscheidet, weiss man das ergebnis schon im vorhinein.

Andy452
12
30.8.2009, 12:29
Wenn bei 15/20%...

eine Ortstafel aufgestellt wird, entscheidet nicht die Mehrheit über die Minderheit.

derfalke
104
28.8.2009, 14:36
Für die 2535 Slowenen in Südkärnten (Kreiskys Zählung)

braucht es keine 80 zweisprachigen Ortstafeln.

Die Bürger Kärntens, die sich als Kärntner und Österreicher definieren, haben ein Recht auf deutschsprachige Ortstafeln. Kein Gericht der Welt kann die Bürger Kärntens zwingen, eine fremde Identität zwangsweise annehmen zu müssen.
Das lassen wir Kärntner uns niemals gefallen.

savasana
00
14.10.2009, 00:36

Hören Sie mit dieser Einvernahmung auf. Ich als Kärntner mag mich nicht mit rechtsbrecherischen, bornierten ebenfalls Kärntnern in einen Topf werfen lassen. Es gibt kein "wir Kärntner". Vielleicht sollten Sie mal eine Fahrt nach Graz, Wien, Laibach oder Udine wagen, wird schon nix passieren im Ausland. Und bringt vielleicht einmal neue Eindrücke. Ganz Kärnten mit zweisprachigen Ortstafeln und fertig mit der Diskussion.

galiontariaho
00
10.9.2009, 12:21
achsooo

der nicht so helle falke hat anscheinend nicht gewußt, dass die ortstafeln ja auf deutsch bleiben.. lediglich der slowenische name kommt dazu..
na da sin wir aber froh dass der falke keine angst mehr ahben muss..

armer bub, so viel jahre hat er shcon gezittert und all das nur weil er so wenig ahnung hat *leckerli gibt*

franz-josef ferdinand
00
31.8.2009, 13:26
Die Bürger Kärntens, die sich als Kärntner und Österreicher definieren,

haben aber auch einen Anspruch auf die Ortsbezeichnung in ihrer Muttersprache - auf Slowenisch. Gebiete Kärntens sind doch zweisprachig!

Das ist sogar Verfassungsrecht und vom Oberstgericht bestätigt.

Sollen sich diese Ihrer unmaßgeblichen Meinung nach zwangsweise einer fremden Idetität unterwerfen?

Sie sind nicht objektiv. Warum hetzen Sie gegen eine Minderheit, haben Sie persönliche Probleme damit oder sind Sie von einer slowenenfeindlichen Organisation?

Artikel 7 Absatz 5 lesen!

Marc Antony
00
30.8.2009, 18:09

Ihr hirnloses Gesudere nervt zunehmend.
Geht's in ihr Spatzenhirn nicht rein, dass auch slowenischsprachige Kärntner eben Kärntner sind und sich als ÖSTERREICHER fühlen???

pater hirni
00
29.8.2009, 19:51
und jetzt mal ganz ehrlich, falkototschnig

wie willst du zählen? zehn finger und das elfte glied tröstet witwe petzi und dann sind wir aber auch am ende der grundrechenarten angelangt... das leben ist hart, du schweinehirte.

the photographer
22
29.8.2009, 12:14
ZWANGHAFT DEUTSCH

Sie und Ihresgleichen haben schon genug angerichtet!
Durch den Assimilationsdruck haben zehntausende Kärntner ihre Identität gewechselt.
Sie haben ihre MUTTERSPRACHE aufgegeben und den Slogan der Dreißiger "Käntner red' DEUTSCH!" verinnerlicht. Jetzt bleibt ihnen nur noch der ABWEHRKAMPF: Sie müssen alles SLOWENISCHE in und um sich AUSROTTEN.
Kärnten wird EINSPRACHIG und EINFÄLTIG.

Drizzle
 
22
29.8.2009, 02:42

die ortstafel bleibt eh deutsch, kommt nur eine zweite sprache dazu. für geistig schwache natürlich ein großes problem, aber wie das so ist in der natur, nur die besten kommen durch.

Urbin
25
28.8.2009, 17:25
fremde Identität?

Ich kann leider nicht Slowenisch, weil meine Eltern der Ideologie erlegen sind, dass Slowenisch schiach und Deutsch gut ist. Im Gegensatz dazu schätze ich die slowenische Kultur, weil sie mir nicht fremd oder aufgezwungen ist. Beispiele:
Mein Familienname ist slowenisch.
Unser Hausname ist slowenisch.
Bei den meisten Nachbarn ist es ebenso.
Alle Flurnamen in meinem Heimatort sind slowenisch.
Unser Ortsname ist slowenisch und nur quasieingedeutscht.
Viele unserer Speisen haben slowenische Namen.
Mein Heimatort liegt zwischen Villach und Velden, nördlich der Drau und weit entfernt von der Grenze zu Slowenien. Zweisprachige Ortstafeln sind da gar nicht vorgesehen.
PS: Woher Sie die Zahl von 2535 Slowenen haben, ist mir schleierhaft.

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