Social Networks: User ignorieren Sicherheitsrisiken

27. August 2009, 17:35
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Unbedachtes Nutzungsverhalten trotz großer Bedenken

Social-Networking-Nutzer legen ein ambivalentes Verhalten in puncto Sicherheit an den Tag. Zwar bestehen einerseits bei der überwiegenden Mehrheit große Bedenken, was Sicherheitsrisiken auf den Plattformen betrifft. Gleichzeitig kümmern sich die meisten User aber nicht aktiv um Schutz und legen ein äußerst sorgloses Surfverhalten an den Tag. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der US-Sicherheitsfirma AVG Technologies , wonach weniger als ein Drittel der Networking-Nutzer aktive Schutzmaßnahmen ergreift. "Ein solch paradoxes Verhalten ist nicht ungewöhnlich. Es ist wie bei einer roten Ampel im Straßenverkehr: Gefahren werden wissentlich ignoriert", bestätigt auch Joe Pichlmayr, Geschäftsführer von Ikarus Software , im Gespräch mit pressetext.

"Was viele allerdings nicht wissen, ist, dass für einen Angreifer schlichtweg alles, das im Netz veröffentlicht wird, zu Geld gemacht werden kann"

Viele Nutzer wüssten zwar, dass es Sicherheitsrisiken gibt, würden diese aber entweder nicht ernst nehmen, sich bewusst widersetzen oder davon ausgehen, dass ihnen selbst ohnehin nichts geschehen könne. "Was viele allerdings nicht wissen, ist, dass für einen Angreifer schlichtweg alles, das im Netz veröffentlicht wird, zu Geld gemacht werden kann", betont Pichlmayr. Die Teilnehmer der AVG-Studie äußerten Bedenken gegenüber der Zunahme von Phishing, Spam und Malware und etwa die Hälfte gab an, sich vor dem Diebstahl der persönlichen Identität zu fürchten. 47 Prozent sind außerdem schon einmal Opfer von Malware geworden und 55 Prozent von Phishing-Attacken. Gleichzeitig zeigte die Untersuchung aber auch, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzer von Social Networks, dabei versagt, "regelmäßige grundlegende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen".

Laut Pichlmayr stellen gerade soziale Netzwerke jedoch ein erhöhtes Risiko dar, weil Personen bzw. Daten und Informationen darüber sehr viel einfacher auszuforschen und zu sammeln seien als etwa auf Webseiten von Medien oder Unternehmen. "Eine Firewall ist weitaus schwieriger zu überwinden, als auf eine Plattform zu gehen und dort Personen - etwa von bestimmten Firmen - ausfindig zu machen. Dazu ist nicht einmal technisches Wissen erforderlich", so der Sicherheitsexperte.

Passwörter

Trotz der Gefahren wechseln aber 64 Prozent der Nutzer nur sehr unregelmäßig oder nie ihr Passwort. 57 Prozent passen nur selten oder nie ihre Privateinstellungen an oder benachrichtigen einen zuständigen Administrator über Sicherheitsbedenken. 21 Prozent nehmen zudem Freundschafts- oder Kontaktanfragen von Personen an, die sie entweder nicht kennen oder an die sie sich nicht erinnern können. 64 Prozent klicken ohne zu überlegen auf Links, die ihnen von Community-Mitgliedern geschickt werden. "Doch nicht die Social Networks sind gefährlich oder schlecht, es ist der sorglose Umgang damit", streicht Pichlmayr hervor. Vielen Usern sei nicht einmal bewusst, was in den Nutzungsbedingungen der Plattformen steht und inwieweit sie Rechte an ihren persönlichen Daten in den Netzwerken an die Betreiber abgeben.(pte)

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