Vorschläge von Bures und Hahn treffen auf Zustimmung

27. August 2009, 15:09
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Ausweitung der KMU-Forschungsförderung und Plan für Forschungsfinanzierungsgesetz werden begrüßt

Alpbach - Durchwegs positive Reaktionen lösten die Vorschläge und Vorhaben von Infrastrukturministerin Doris Bures und Wissenschaftsminister Johannes Hahn im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche aus. Sowohl die Ausweitung der Forschungsförderung für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) als auch der Plan für ein Forschungsfinanzierungsgesetz stießen auf Zustimmung.

Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG sei ein Verfechter antizyklischer Maßnahmen, weil sich in der Vergangenheit immer gezeigt habe, dass alle F&E-relevanten Parameter mit zeitlicher Verzögerung zum Abschwung nach unten gehen, meinte FFG Geschäftsführer Klaus Pseiner. Derzeit merke man in der FFG noch nichts von der Krise, "aber wir haben die Befürchtung, dass dieser Zustand nicht anhält". Deswegen sei es wichtig, die Klein- und Mittelbetriebe (KMU) durch die Ausweitung der Forschungsförderung "bei der Stange zu halten", der Forschungsmarkt der KMU brauche dieses Signal, so Pseiner.

"Herkules-Aufgabe"

Positiv sieht der FFG-Chef das von Hahn geplante "Forschungsfinanzierungsgesetz". Für eine Förderagentur gebe es nur zwei relevante Input-Größen: die Höhe des Förderbudgets und dessen Verlässlichkeit. Mit einer solchen langfristigen, gesetzlich abgesicherten Finanzierung "könnten wir wesentlich besser arbeiten". Ob das Vorhaben realistisch ist, wagt Pseiner noch nicht abzuschätzen, es werde jedenfalls "eine Herkules-Aufgabe für die Regierung".

"Sehr angetan" ist der Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, Christoph Kratky, vom Plan für ein Forschungsfinanzierungsgesetz. Erfreulich sei die im geplanten Budgetpfad vorgesehene Steigerung der Forschungsmittel. Die langfristige Sicherheit sei ein Anliegen, das den bisherigen Erfahrungen und Notwendigkeiten entspricht. Die von Hahn vorgeschlagenen Leistungsvereinbarungen mit den Förderagenturen gebe es mit den Mehrjahresplänen de facto schon jetzt, zu erwarten sei dadurch ein "höheres Maß an Verbindlichkeit, ich hoffe von beiden Seiten", so Kratky.

"Gesamthafte, breite Strategie und Visionen"

Eine gemeinsame Forschungsstrategie der Bundesregierung sowie das von Hahn geplante Forschungsfinanzierungsgesetz begrüßt auch die Industriellenvereinigung (IV): Österreich brauche "eine gesamthafte, breite Strategie und Visionen", um unter die Top-3 der Innovationsstaaten in Europa aufzusteigen. Ein Forschungsfinanzierungsgesetz sei dabei "ein ganz wesentliches Element" und erhöhe deutlich die Finanzierungs- und Planungssicherheit, so der IV-Generalsekretär Markus Beyrer in einer Aussendung.

"Es macht sicher Sinn, neben dem bereits existierenden vierjährigen Budgetrahmen die Forschungsfinanzierung auch längerfristig zu planen - insbesondere in Abstimmung mit der gerade in Diskussion stehenden Forschungsstrategie", sagte die Forschungssprecherin der Grünen, Ruperta Lichtenecker. Die Ausweitung der Forschungsförderung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sei "allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein" und werde nicht reichen, "um den Ausfall der betrieblichen Forschungsausgaben zu kompensieren". Die Anstrengungen der Regierung müssten gerade in diesen Zeiten "massiv und langfristig" im Bereich Umwelttechnologie und Energieforschung verstärkt werden.

Das geplante Forschungsfinanzierungsgesetz wird auch von der Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) begrüßt. Auch die Hochschulen sollten höher dotiert werden, so ihre Forderung. (APA)

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