Mehr Eigentümer als Mieter

27. August 2009, 15:06
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52 Prozent der Deutschen lebten 2008 in den eigenen vier Wänden - Nur in den Stadtstaaten und drei neuen Ländern liegen die Mieter noch vorn

Wohneigentümer stellen mit 52 Prozent am deutschen Wohnungsmarkt die Mehrheit. Dies zeigt eine aktuelle Analyse der statistischen Daten für 2008, die das Forschungsinstitut empirica im Auftrag der deutschen Landesbausparkassen (LBS) durchgeführt hat.

Die Wohneigentumsquote liegt laut deutschen statistischen Daten - die von jenen von Eurostat etwas abweichen (siehe unten) - aktuell bei 43 Prozent. Mit dieser Quote wird gemessen, wie viele Wohnungen von den Eigentümern selbst genutzt werden.

Mehr Personen in Eigentümerhaushalten

Diese Zahl unterschätze die Bedeutung des Lebens in den eigenen vier Wänden für die Menschen jedoch erheblich, heißt es in der Empirica-Studie. Im bundesweiten Durchschnitt wohnten nämlich in Mieterhaushalten nur 1,8 Personen, in Eigentümerhaushalten dagegen 2,5 Personen. Deshalb liege die personenbezogene Wohneigentumsquote um fast zehn Prozentpunkte höher, über der Schwelle von 50 Prozent.

Bei der Analyse nach Bundesländern zeigte sich, dass in keinem "alten" Flächenstaat die Mieter noch in der Überzahl sind. Auch in Nordrhein-Westfalen - einem Land mit traditionell großem Mietwohnungsbestand - hat die Wohneigentumsquote 2008 den bundesdeutschen Durchschnittswert von 52 Prozent erreicht. Der Südwesten (Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen) kommt genauso wie der Norden (Schleswig-Holstein, Niedersachsen) und der Süden (Baden-Württemberg, Bayern) sogar ausnahmslos auf Wohneigentumsquoten von 55 Prozent und mehr.

Meiste Eigentümer im Saarland

An der Spitze liegt das Saarland mit einer Eigentümerquote von 63 Prozent. In Hamburg und Berlin lebt dagegen nur einer von vier bzw. fünf Einwohnern in den eigenen vier Wänden.

Bemerkenswert finden die LBS-Experten, dass in zwei ostdeutschen Bundesländern - Thüringen und Brandenburg - die Wohneigentumsquote bereits die 50-Prozent-Marke erreicht hat. In den drei weiteren neuen Ländern sei der Aufholprozess hingegen noch nicht so weit vorangekommen; hier werden Werte von 38 bis 42 Prozent registriert.

Groß sind die Unterschiede nach wie vor in den Stadtstaaten: In Bremen leben mit 42 Prozent mehr als doppelt so viele Einwohner in den eigenen vier Wänden (ob im Eigenheim oder in einer Eigentumswohnung) wie im Falle des Schlusslichts Berlin.

EU-Vergleich: Österreich Vorletzter beim Eigentum

Laut der Statistik "Verbraucher in Europa", die im Juni von Eurostat veröffentlicht wurde (Link siehe unten), hatte Deutschland im Jahr 2007 die geringste Rate an Besitzer-Haushalten - nur 46 Prozent der Haushalte wohnten demnach in Eigentum. Österreich lag in diesem Ranking mit 52 Prozent auf dem vorletzten Platz.

Spitzenreiter war Rumänien mit einem Anteil von 96 Prozent, dahinter folgten die Slowakei und Litauen mit je 89 Prozent, Ungarn mit 87 und Lettland mit 84 Prozent. Am unteren Ende folgten nach Deutschland (46) und Österreich (52) die Niederlande (56), Frankreich, Dänemark und Polen (je 58) und Schweden mit 62 Prozent.

Der EU-27-Durchschnitt (ohne Bulgarien, hier lagen keine Daten vor) lag bei 65 Prozent. Daneben wohnten übrigens sieben Prozent mietfrei, 8 Prozent zahlten reduzierte Mieten. 21 Prozent wohnten zu marktüblichen Mietpreisen. (map)

  • Gemeinde Sommerloch im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz: Hier sind laut Statistik...

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  • ...61 Prozent der Haushalte auch Besitzer ihrer Wohneinheit.

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