Streit um Bank Austria-Deal mit Mailand

27. August 2009, 14:50
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Münchner Gericht erklärt Abberufung von streitbarem HVB-"Sonderprüfer" für nichtig

München/Wien - Die früheren Kleinaktionäre der Münchner Großbank HypoVereinsbank (HVB) haben im Dauerstreit mit der italienischen Konzernmutter UniCredit vor Gericht einen Erfolg für sich verbucht. Die HVB wird allerdings wieder dagegen berufen. Es geht um den Protest der einstigen HVB-Streubesitzaktionäre rund um den konzerninternen Verkauf der Bank Austria von der HVB an die Mailänder Konzernmutter UniCredit.

Das Landgericht München hat die Abberufung des streitbaren HypoVereinsbank-"Sonderprüfers" Thomas Heidel aufgehoben und damit die Position der früheren Kleinaktionäre der Münchner Bank gestärkt.

Die Hauptversammlungsbeschlüsse zur Abwahl des Bonner Rechtsanwalts seien nichtig, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

Die Konzernmutter der HypoVereinsbank, die italienische Bank UniCredit, hätte nicht in eigener Sache mit abstimmen dürfen, hieß es zur Begründung.

Die Kleinaktionäre, die mittlerweile gegen eine Zwangsabfindung aus der HVB gedrängt wurden, hatten 2007 Heidel als Sonderprüfer durchgesetzt. Er hatte über viele Monate Zugang zu internen Dokumenten und sollte für die HVB mögliche Schadenersatzansprüche gegenüber der UniCredit geltend machen - vor allem im Zusammenhang mit dem konzerninternen Verkauf der früheren Tochter Bank Austria nach Mailand.

Wiederholte Kritik

Die HVB-Kleinaktionäre hatten den Verkauf der einstigen HVB-Ertragsperle immer wieder kritisiert. Sie halten den Kaufpreis von rund 13 Milliarden Euro für viel zu niedrig und wollen letztlich eine höhere Abfindung vor Gericht erstreiten.

Heidel hat die Rückabwicklung des Verkaufs und Schadenersatz für die HVB von 3 Milliarden Euro gefordert und eine entsprechende Klage eingereicht. UniCredit und HVB haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Der Preis sei durch Gutachten ermittelt worden und damit angemessen.

Das jetzige Urteil ist nicht rechtskräftig. Im HVB-Umfeld hieß es, es sei davon auszugehen, dass der Fall in die nächste Instanz gehen werde. (APA/Reuters)

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